R1200GS-on-Tour
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8900 km Abenteuer durch Mittel- und Südeuropa

Wir können es kaum erwarten, dennoch führt der  erste Abschnitt  langweilig über die Autobahn bis nach "Böhlerwerk in Österreich". Ein Tagestripp von knapp 750km! Ab dort werden wir nur noch über die Landstraßen fahren. Also auf den Bock Richtung "Senj"/Kroatien. Von dort fahren wir über die "Jadanska Magistrala" bis nach "Dubrovnik" (unbedingt die Stadt Mostar "Weltkulturerbe" anschauen) wo wir wahrscheinlich 2 Tage verweilen. Weiter geht es nach "Kotor"/Montenegro. Die Fjord von "Kotor" ist eine fast 30 km lange, von hohen Bergflanken gesäumte Bucht. Von hier fahren wir ins Landesinnere zum "Dumitor Nationalpark" dann zur "Tara Bridge" um auf der SH20 nach "Shkodra"/Albanien zu reisen. Ab hier, so glauben wir , fängt das Abenteuer richtig an.  Wir werden mindestens eine Woche in Albanien verweilen. Sei es das "Valbone-Tal", der Weg nach "Theth", eine Fahrt entlang der "Schwarzen Drin", die Ausgrabungsstätten von "Butrint, der "Koman-See" , das Städtchen "Gjirokaster" übrigens auch Weltkulturerbe, oder die Fahrt zum "Ohrid-See" durch welchen mittig die Grenze zwischen Albanien und Mazedonien führt, wir werden viel in Albanien erleben. Mit gewonnen fantastischen Eindrücken fahren wir über die Grenze nach Griechenland. Wir hoffen das noch genügend Platz in unseren Köpfen ist um weitere Eindrücke zu sammeln. Das fängt schon mit dem "Epirus-Gebirge" an. Wilde Schluchten, unverfälschte Dörfer und ein zu durchquerender Nationalpark in welchen mit Braunbären zu rechnen ist. Dann nach "Kalambaka"! Wer kennt sie nicht. Die Meteora-Felsen, auf deren schwindelerregender Höhe im 14. Jh. die ersten Klöster errichtet wurden. Nun gemütlich Richtung "Pilion-Gebirge" (bei Volos). Dort erwarten uns 145 km Kurvenfahrt, die sich lohnen. Herrliche Natur, grandiose Strände, uralte Dörfer und stimmungsvolle Hotels, welche wir sicherlich nutzen werden, da wir nicht nur zelten wollen. Dann über "Athen" nach "Nauplia"! Diese Stadt liegt auf der "Peloponnes" eine südliche Halbinsel des griechischen Festland. Verbunden durch den "Kanal von Korinth" , welcher in den Jahren 1831 - 1891 mit einer Länge von 6346 mtr. und einer Höhe von 79 mtr. erbaut wurde. "Naupila" soll die schönste Stadt auf dem griechischen Festland sein und wird von zwei mächtigen Burgen überragt. Ein "Muss" ist selbstverständlich "Olympia", wo über 1000 Jahre lang die Olympischen Spiele statt fanden. Jetzt noch nach "Patras" und über die ca. 3 km lange "Rio-Andirrio- Brücke" nach "Igoumenitsa".

 

 A`dio Griechenland. 

 

 

Mit der Nachtfähre setzen wir nach "Bari"/Italien über, und dort werden wir wohl unsere Kühe erst mal neu besohlen müssen. Mit neuen Reifen fahren wir von der Adriaküste quer durch Italien nach "Salerno" am tyrrhenischem Meer! Am nächsten Morgen werden wir entlang der Amalfiküste (sicherlich einer der schönsten Abschnitte unserer Reise) fahren und die einmalige Küstenlandschaft bestaunen. Nicht genug des Guten fahren wir durch die Abruzzen, welche die Adria-Küste mit Hügellandschaft und Berge bis zu 3000 mtr. Höhe verbindet duch den "Parco-Nazionale della Majella" nach "L`Aquila". Absolut sehenswert. Da nun Umbrien vor unseren Rädern liegt nehmen wir dies auch wahr und durchfahren die Landschaft bis nach "Perugia". Wir sind gespannt, wie lange es noch dauert bis wir keinen Bock mehr auf Kurven haben!! Aber was wäre ein Italien-Trip ohne "Toscana" ?? Gesagt - getan. Über "Montepulciano", "Montalcino", "Massa Marittima" fahren wir nach "Bolgheri" an der etruskischen Küste. Dies ist unser absolute Lieblingsort in Italien, an welchem wir auch schon mehrere Urlaube verbracht haben. Also wissen wir auch direkt wohin: Restaurante "Osteria Magona" wo folgende Bestellung aufgegeben wird: Antipasti: "Tartara di Manzo al Coltello", Primi Piatti: "Fiorentina di Chianina a Locale alla Grigilia" dazu eine Flasche (evtl. auch zwei) ROSSO von "Michele Satta"!

Sollten wir hier 5 Wochen Urlaub machen??

 

Schweren Herzens nehmen wir die letzten Etappen unsere Reise in Angriff. Über "Milano" fahren wir durch das "Centovalli" nach "Brig" in der Schweiz. Durch das Goms (so nennt sich das Tal zwischen Fiesch und Oberwald) über den Grimselpass nach "Interlaken" um den Brienzer- und Thunersee zu bewundern. Von hier weiter nach "Basel", wo es dann auf der Autobahn nach Hause geht.

 

Wir werden an einem Donnerstag hoffentlich unfallfrei und gesund zu Hause ankommen und freuen uns auf einen bereits vorbereiteten Grillabend mit Freunden und unseren Urlaubsgästen die nicht nur in der Zeit unser Haus bewohnt, sondern hoffentlich auch den Rasen gemäht haben.

 

Übrigens werden wir, so weit es geht, von unserer Reise täglich auf dieser Seite berichten. Foto`s, Filme und Berichte werden wir unter den jeweiligen "Flaggen" einstellen. Also euch viel Spass beim Lesen und Anschauen!!

 

Die Vorbereitung

Die Tour

Wir bedanken uns schon hier bei allen die uns Grüße senden und eine schöne Tour wünschen. Einen Gruß möchten wir doch hervorheben, da wir die Idee als solches schon toll finden. Und für alle die es nicht verstehen, es handelt sich weder um eine Fahndung noch um eine Verwarnung. Es sind einfach liebe Grüße!!!!

 

22.05.2014

 

Nachdem wir gestern mit unseren Nachbarn "Urlaubsabschied" gefeiert haben,  war es für uns heute kein Wunder mit Verspätung loszufahren. Gut gelaunt wollten wir gerade mal die 740 km bis nach Waidhofen an der Ybbs / Österreich abspulen! Das war wohl nichts ! Bereits in Wilnsdorf ging auf der A45 nichts mehr. Ab der Abfahrt "Haiger" war die Autobahn gesperrt und der ganze Verkehr wurde über die B54 geleitet. Ja toll, 40 km gefahren, Stau, strahlend blauer Himmel bei 28 Grad. Aber alles halb so wild, wir fahren über die B54 bis nach Limburg um dann auf der A3  mit Schwung die verlorene Zeit aufzuholen. Was sollen wir sagen? Würzburg: Streckensperrung, 12 km Stau, blauer Himmel, 32 Grad !! "Lange", schön ruhig bleiben, wird schon bald weiter gehen. Und  da alle guten Dinge drei sind, haben wir bei 34 Grad kriechend kurz vor Passau die Autobahn verlassen! Als sei ich nicht gestraft genug, trällert Myra über Funk auch noch ihr "Biene-Maja" - Lied ! MORDGEDANKEN! Aber ab dann kommen wir gut vorran und erreichen um 20.45 Uhr unser Hotel. Also schnell unter die Dusche und anschließend draußen im Biergarten noch gemütlich essen. Es sind immer noch 25 Grad aber das Bier hat nur 7 Grad. Das Leben kann doch schön sein!

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23.05.2014

 

Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein...... Wenn Engelchen reisen ! Uns erwartet auch heute schönes Wetter und so werden wir unsere Kühe erst mal ca. 260 km über die österreichische "Hügellandschaft" treiben. Da wir jedoch vorher ein meeting mit anschließender Werksbesichtigung bei der Firma Böhler haben, werden wir wohl nur über Klagenfurth am Wörthersee nach Ljubljana / Slowenien fahren.

 

13.40 Uhr meeting gut alles gut, angenehme 27 Grad und jetzt geht es weiter. Ab heute wird nur noch die Landstraße unter die Lupe genommen und das geht hier in Österreich sehr gut. Kurven ohne Ende und hinter jeder eine landschaftliche Überraschung. Ob schneebedeckte Berge, wunderbare Täler oder Klagenfurth am Wörtersee! Einfach nur schön. Unsere Tagesziel erreichen wir jedoch nicht, was uns aber nicht wirklich stört, da wir ja noch ein paar Tage Urlaub zur Verfügung haben. Wir sitzen jetzt im Gasthaus "Singer" bei Köttmannsdorf am Loiblpass und genießen unser Filet  mit einem leckeren "Schleppe" ! Wie der Schnaps sich nennt können wir NOCH nicht sagen. Doch jetzt: "Gurktaler" - Proost!

24.05.2014

 

Wir wollen ja nicht jeden Morgen das Selbe erzählen, aber es ist nun mal so! Rollo hoch und schon wird man von dem wunderbaren Panorama erschlagen. Berge, Sonnenschein, ein lecker Frühstück und im Hintergrund wird von den Toten Hosen "An Tagen wie diese" gespielt. Plötzlich kommt eine alte Dame, welche die Schwester des Inhabers ist und geschätzte 80 Jahre auf dem Konto hat, auf uns zu und erkundigt sich nach unseren Motorrädern als auch nach unserer Reise. Freundlich sagt sie auf Wiedersehen, um dann mit (man glaubt es kaum) einem kleinen Schutzengel aus Gips und den Worten "allzeit Gute Fahrt und einen schönen Urlaub" (so haben wir das mal zumindest übersetzt) sich wirklich verabschiedet. Was soll uns also noch passieren???

 

Nun fahren wir direkt über den Loiblpass nach Slowenien. Auf diesem Abschnitt durchfahren wir nicht nur die "Tscheppa-Schlucht" sondern auch durch den Naturpark "Karavanke"!

Slowenien, müssen wir wirklich gestehen, hätten wir uns nicht so schön vorgestellt. So fahren wir durch bis hinter Ljubljana um an einem schattigen Plätzchen unsere Pause einzulegen. Tisch aufgebaut, Kaffee gekocht, Stiefel aus, Botze herunter und dann (streicht mal das Kopfkino) gemütlich relaxed!

Nach einer Stunde geht es weiter über die Grenze nach Kroatien und herunter an die Küste. Eigentlich wollten wir nur bis nach Senj fahren, aber was wir hier an Fahrspass erleben lässt uns 160 km weiter fahren. Man kann es sich nicht vorstellen und auf Bildern auch nicht 100% wiedergeben; die "Jadanska Magistrala" wird als schönste Küstenstraße der Welt beschrieben und das können wir jetzt nachvollziehen. Wir sind froh dass wir morgen noch 300 km auf dieser Straße vor uns haben. EINFACH NUR UNBESCHREIBLICH!!

 

Um 19.30 Uhr haben wir unser Quatier, eine kleines Restaurante mit dem Namen "Jure" mit sauberen Zimmern, gelegen in einer kleinen Bucht direkt an der "Magistrala", bezogen. Hier erleben wir unter einer Hand voll netten Leuten ( fast alles Motorradfahrer) unseren Abend. Nicola, der Inhaber, serviert uns seine Fisch-Spezialitäten, welche er angeblich selber in dem kleinen "Teich" gegenüber gefangen hat. Perfekt! So sitzen wir in aller Ruhe beim Essen, bekommen vor unserer Nase noch den Fernseher aufgebaut um das Champions-Leagues Spiel "Real-Madrid gegen Atl.-Madrid" unter freiem Himmel zu sehen. Und dann verlieren die Pfeifen in der Verlängerung 4:1!!

 

So wir haben jetzt den 25.05. 1.30 Uhr, gute Nacht!

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25.05.2014

 

Es ist gerade mal 7.00 Uhr und wir werden nicht wie im Urlaub  gewohnt von irgendwelchen Kirchenglocken aus dem Schlaf gerissen sondern von den blöden ;-) Motorradfahrern die meinen sie müssten ihr Gummi auf der  "Magistrala" lassen. Also aufstehen, ein Scheibe Weissbrot mit Erdbeermarmelade und einen Cappuchino in den Magen schleusen. Da wir heute nur 280 km zu fahren haben, wollen wir den Tag nutzen und eine längere Pause irgendwo am Meer einlegen. In einem kleinen Supermarkt holen wir uns für Sage und Schreibe € 0,90 je zwei Bananen, Äpfel und Tomaten. Das soll reichen, da wir ja am Abend in Brela an der Promenade noch warm essen wollen. Den Ort haben wir uns ausgesucht da wir dort bereits letztes Jahr Urlaub machen wollten, dieses wegen unseren Hündchen jedoch abgesagt hatten.

 

Unterwegs auf der "Jadranska Magistrala" halten wir Ausschau nach einer Abzweigung zu einem abgelegenen Strand, welche nicht unbedingt von jedem genutzt aber mit unseren GS problemlos zu befahren ist. "We may be not the fastest, but we can go everywhere"! Gesucht - gefunden, und so verbringen wir den Nachmittag in aller Ruhe am Meer, mit der Konsequenz, dass wir uns den Ar.... verbrannt haben!

Und jetzt in die Motorradbekleidung, echt angenehm. Gerade mal noch 120 km Küstenstraße gefahren, und wir sind in unserer "Villa Paulina" unfallfrei angekommen. Schnell duschen und ab in die Stadt!

 

Vielleicht schreiben wir ja heute Nacht noch!

26.05.2014

 

Wir haben uns gestern entschieden 2 Nächte in der "Villa Paulina" zu buchen. Zum einen wollen wir uns einen Tag ausruhen und den Flair der Stadt genießen , andererseits haben wir so auch die Möglichkeit unser "Rei in der Tube" zum Einsatz zu bringen. Nein, das ist glücklicherweise nicht nötig, da Waschmaschine und Trockner zur Verfügung gestellt werden. Diesen Komfort werden wir in den Bergen von Montenegro oder Albanien wohl kaum haben. Aber mit dem Wetter haben wir wohl auch die richtige Nase bewiesen. Es ist am regnen und soll erst gegen Mittag aufhören. Wir nutzen bis dahin die Zeit auch mal unsere Filme, welche hoffentlich alle was geworden sind, zu bearbeiten. Ihr werdet es sehen.

 

Brela ist ein kleines nettes  Städtchen, dessen Strand mal zu den 10 schönsten Stränden weltweit gekürt wurde. Die Promenade ist ca. 400 Meter lang und bietet, wie in solchen Orten üblich, einiges an Gastronomie! Aber das war es unserer Ansicht nach schon. Wir sind froh nicht 2 Wochen Urlaub (wie letztes Jahr geplant) gebucht zu haben, da nur am Strand liegen und anschließend in der Bar hocken nicht unser Ding ist. Ach so; man kann ja hier noch Fahrrad fahren. Auf der Bundesstraße 8, dann aber mit Helm und Kombi oder direkt ab in die Berge welche hinter den Häusern in den Himmel ragen. Macht, bei im Schnitt 28 Grad, richtig Spass!  Wenn wir mal eine ruhige Geschäftsidee umsetzen wollen:

 

FAHRRADVERLEIH in Brela!!!!

 

Morgen reisen wir weiter, da unsere Kühe nach zwei Tagen Ruhe in der Garage nervös werden. Ist uns mit den "Reisfressern" noch nie passiert, die haben manchmal Monate in der Garage gestanden. Aber so sind die Bayern halt! Vorher werden die üblichen Kontrollen,  wie Reifendruck, Ölstand, Licht und Blinker prüfen, durchgeführt. Anschließend das Gepäck richtig sichern, die Route im Navi eingeben und schon ist alles für das nächste Abenteuer bereit.

 

Da wir langsam aber sicher ins Ungewisse bezogen auf das Speiseangebot fahren, genießen wir nicht nur den letzten Abend im Strandlokal, sondern auch deren wirklich leckeren Küche. Wir haben mal gelesen, das es in Albanien`s Bergwelt noch "Schafsköpfe" zu essen geben soll! Eine Flasche Slibowiz haben wir schon im Gepäck verstaut :-) ! Im Restarant geben wir daher folgende Bestellung auf:

 

2 x Goveda juha, 1 x Pilecì file gorgonzoli, 1 x Mjesano mesco und dazu zwei Ozujsko! Und das serviert bei angenehmen 25 Grad und dieser Kulisse, genial und lecker.

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 27.05.2014

 

Wir haben gestern Abend wie beschrieben so gut gegessen, sodass uns zum Frühstück eine Tasse Kaffee und eine Flasche Mineralwasser reicht. Übrigens trinken wir jeden Morgen eine große Flasche Mineralwasser, damit unsere Funktionsunterwäsche sich auch unter Beweis stellen kann.  Aber heute wird sie wahrscheinlich nicht so viel Arbeit bekommen, da max. perfekte 24 Grad mit leichter Bewölkung gemeldet sind. Allerdings fahren wir ja erst nach Mostar (Bosnien und Herzegowina) und hoffen, nicht von den Folgen des katastrophalen Unwetter`s, wie im Fernseher  berichtet wurde, überrascht zu werden. Während des Bosnienkrieges kam es in Mostar zu schweren Kämpfen zwischen Kroaten und Bosniaken, wobei die Stadt in einen westlichen Teil (Kroaten) und einen östlichen Teil (Bosniaken) aufgeteilt wurde. Ferner wurde durch die Kroaten das heutige Wahrzeichen der Stadt die Brücke "Stari Most" gezielt zerstört. Diese wurde jedoch nach dem Bürgerkrieg neu aufgebaut und 2004 offiziel eröffnet. Wir waren noch nie , zumindest mal nicht bewußt, in einer Stadt welche gleichzeitig so unterschiedliche Emutionen in einem auslöst. Zum Einen bekommt man recht schnell einen trockenen Mund, da der Scharm der Stadt einem bei 28 Grad die Kinnlade herunterfallen lässt, und zum Anderen hat man bei Ansicht der Einschusslöcher in den Häusern ein flaues Gefühl im Magen. Man kann sich nicht ansatzweise vorstellen welch fürchterlicher Krieg hier geherrscht haben muss. Dennoch bewundern wir diese einmalige Stadt und sind froh hier gewesen zu sein.

 

Auch die Fahrt von Brela nach Mostar war mal wieder fantastisch. Sie führte uns über die direkt hinter der Küste liegenden Berge. Die Straßen sind sehr gut geteert, kurvenreich und von Pinienwälder gesäumt. Je weiter wir jedoch ins Landesinnere fahren, desto karger wird es erst einmal. Man glaubt auf Grund der Landschaft, dass Winnetou auf seinem "Gaul" hinter der nächsten Kurve auftaucht. Doch weit verfehlt, es ist ein Öl-Tankwagen der uns zum entsprechenden Bremsmanöver zwingt. Wahrscheinlich bringt er 1000 Liter Öl zu den Dreharbeiten von "Der Ölprinz - reloaded" 

 

An der Grenze zu Bosnien und Herzegowina (BiH) müssen wir anhalten und Myra wird aufgefordert die grüne Versicherungskarte zu zeigen. Jetzt beweist sich wieder mal: Ordnung ist das halbe Leben! Koffer auf, Karten raus, vorgelegt und der Junge im Zollhäuschen ist zufrieden. Mein scharfsinniger Blick hat mir sowieso den Eindruck vermittelt, dass der "Junge" mehr an Myra`s "Allerwertesten" interessiert ist. Schön ruhig bleiben, der hat Uniform an und sitzt am längeren Hebel. 

 

Nun auf direktem Wege nach Mostar!

Nach 2 Stunden Aufenthalt in der Altstadt geht es weiter durch diese wunderbare Landschaft nach Dobrovnik.

 

Dort fahren wir direkt den Campingplatz "solitudo" an, welchen wir uns zuvor im Internet ausgesucht haben. Er liegt sehr zentral und hat eine gute Bewertung vom ADAC bekommen. Wir haben eine APP vom ADAC auf dem Handy, mit welcher man nach entsprechenden Vorgaben eine Auswahl an Plätzen vorgeschlagen bekommt.

 

Als die wären: Zimmer-/Zeltservice, privater Pool, klimatisierer Platz mit Gartenzwerg vor dem Zaun! -:)

 

Um ca. 18.35 Uhr erreichen wir unseren Traumplatz und schaffen es kurz vor dem Regenschauer alle Sachen im Zelt zu verstauen. Eine viertel Stunde später sitzen wir schon wieder draußen; mit kühlen Getränken, ein paar Oliven und Tomaten.

Myra pflegt die Facebook-Seite und ich kommuniziere mit Frimi auf hohem Niveau!

Anschließend lassen wir beide den Tag revue passieren! Nein !! Wir träumen noch nicht, sonder haben heute wirklich so viel erlebt.

 

Slaap lekker!

 

 

28.05.2014

 

Noch nichts neues, aber der Tag ist noch lang!

 

Heute war unsere erste Nacht im Zelt! Ja Swen ich weiß es läuft eine Wette, aber ich bin wie immer ehrlich! Trocken, nicht zu warm, mit einem Kopfkissen (nobel geht die Welt zu Grunde) waren wir der Meinung gut schlafen zu können.  Wir hatten aber nicht mit Engländern gerechnet! Die waren genau so laut wie sie nüchtern waren. Egal wie man es zum Ausdruck bringt: 108 Db oder 2,8 %o, bis ca. 5.00 Uhr haben wir kein Auge geschlossen. Wir wollten schon selber zur Flasche greifen, aber mit Wasser kommt kein Spaß auf. Plötzlich eine wirklich laute Stimme " Fuck you and shut your mouth" und es war totenstill. Dachten wir! Von den Engländern hörte man kein Wort mehr, dafür beschlossen die Vögel rings um unser Zelt uns ein Ständchen zu bringen. Wo ist der Slibowitz den wir für die albanischen "Schafsköpfe" gekauft haben ?? Wir wollen schlaaaafen !!! Und dann drückt auch noch die Blase; also raus aus dem Zelt und ab auf das 150 Meter entfernte WC! Wie bereits gesagt, wir sind ja ordentlich :-) ! Das war es mit der Nacht!

 

Zumindest läßt der frühe Morgen auf schönes Wetter schließen und so sitzen wir nach einer angenehmen Dusche mit frischen Croissant, Orangesaft, und starkem Kaffee ( die Investition in unseren Primus-Multibrenner hat sich wirklich gelohnt) an unserem kleinen Frühstückstisch. Kurzer einheitlicher Beschluss: HEUTE MACHEN WIR NICHTS!!!

 

Diese Meinug haben wir um ca. 16.30 Uhr geändert: 

 

Mit Myra`s Motorrad fahren wir in die Altstadt von Dubrovnik und da Bilder  mehr sagen als Worte: Hier sind sie! Nicht umsonst nennt man diese Stadt "Perle der Adria"

 

29.05.2014

 

Was haben wir verbrochen????

Gestern haben wir noch den Primus-Kocher gelobt, heute verweigert er seinen Dienst! Anstatt 20 mg Pantoprazol schlucke ich 80 mg; dennoch war der Wein lecker! Myra will mit dem iPad in das Internet (gerade höre ich: leck mich am A...), quatschig !! Müssen wir das Zelt abbrechen und weiterfahren?? 

 

Ratet mal; in ca.10 Stunden werdet ihr es erfahren!

 

War doch klar, wir sind noch geblieben! Allerdings haben wir bis auf die morgentlichen Pannen nichts spektakuläres erlebt, beziehungsweise unternommen. Sei denn man umschreibt" Wäsche waschen" mit diesen Attributen. Unseren Primus-Kocher haben wir auch nicht zum Laufen gebracht. Und da ich mich überhaupt nicht aufgeregt habe, wurde ein neuer Kocher gekauft. Das Kaffeewasser wird wieder heiß, die Wäsche ist sauber und Myra ist im Netz! Ende gut alles gut!

 

Morgen fahren wir  weiter Richtung Kotor und dann in den Dumitor-Nationalpark. Ob wir da wohl eine Internetverbindung bekommen?  Ist mir auch egal, hauptsache der Kocher funktioniert. Wir lassen uns überraschen. Auf jeden Fall sind wir gespannt was uns landschaftlich erwartet.

 

30.05.2014

 

Was für eine Fahrt heute! Gestern hatten Sie bei Wetter.com leichte Bewölkung mit minimalem Niederschlag vorhergesagt, aber nichts von beiden entsprach dem. Die Wolken hingen so tief, dass man von der Landschaft nicht wirklich etwas  sehen konnte und der Regen hat es geschafft, dass wir in Kotor uns wie ein gewaschener Pudel fühlten. Aber von vorne! Wir haben uns den Wecker auf 7.00 Uhr gestellt, sodass wir in aller Ruhe frühstücken und im Anschluss unser Koffer, Zelt etc. packen konnten. Hatte alles prima funktioniert und so traten wir um 9.50 Uhr unsere Tagesetappe an. Bis zur Grenze nach Montenegro waren es noch einmal 42 km "Jadranska Magistrala" welche jedoch unter dieser dicken, tiefen Wolkendecke nicht die gewohnte Magie hervorbrachte. Am Grenzübergang zu Montenegro mussten wir ziemlich lange warten um anschließend wieder einmal unsere grünen Versicherungskarten aus dem Koffer zu holen.

 

Wir wissen in diesem Moment nicht was uns mehr Angst bereitet: "Die Zöllnerin oder die dunklen Wolken"! Es hatte den Anschein, als hätte die knurrige Eule den Wetterfrosch gefressen und somit den verregneten Tag hervorgerufen.

 

In der Bucht von Kotor ist als Höchstgeschwindigkeit in der Ortschaft 40 km/h vorgeschrieben, und da diese nur aus Ortschaften besteht, könnt ihr euch jetzt ausrechnen wie lang wir für 52 km benötigt haben. Dreisatz gefällig!!!!! Hinzu kommt, dass die Straßenverhältnisse für so ein Wetter nicht gerade optimal waren. Ständiger Wechsel von Spurrillen, Löcher in der Teerdecke, schwarze lange Teerflicken, bis hin zu arschglattem Teer. Dies bestätigte sich in Kotor an der Tankstelle, wo wir dann endlich die Möglichkeit hatten unsere Regen-Innenkleidung in den Kombi einzuziehen. Ja es ist so!! Es gab vorher keine Möglichkeit, oder glaubt ihr wir seien so bekloppt oder hätten es unbedingt nötig gewaschen zu werden?? Auf jeden Fall standen wir an dieser Tankstelle als ein PKW mit Vollbremsung ca. 15 mtr. auf der Straße rutschte und kurz vor seinem Vordermann zum Stehen kommt!! Der Tankwart schaut uns warnend mit folgenden Worten an: The street is like ice, when it is raining! Fragend schauen wir uns an: Und wir wollen jetzt in die Berge???

 

Die Fahrt dort hoch hat 25 Spitzkehren und es regt sich der Verdacht in uns, dass man dort oben die Hand vor Augen nicht sieht. Dennoch geht es weiter! Nach der ersten Spitzkehre können wir einen kurzen Blick auf die Bucht erhaschen, unglaublich! So schrauben wir uns den Berg hoch mit immer geileren Blicken "like stairway to heaven"! Busse kommen entgegen, wir drücken uns an die Wand und nach der 25. Spitzkehre können wir kurz singen "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein"! Fantastisch! Ab hier man glaubt es kaum, fahren wir auf einer Strecke von 120 km durch zwei Nationalparks ( Lovcen- und Dumitor- ) wo außer Natur, einer schmalen einigermaßen geteerten Straße und uns nichts ist. Wir meinen wirklich nichts, gar nichts! Handy funktioniert auch nicht! In dem Moment bin zumindest ich froh, dass ich gut genährt bin. Wenn hier was mit den Kühen ist, dann kannst du erst mal 3 Tage wandern gehen.

 

Nachdem wir die Zivilisation wieder erreicht haben fahren wir nach  Zabljak, mit 1456 mtr. die höchst gelegenste Stadt des Landes, um dort zu übernachten. Kaum sind wir in dem Ort eingefahren, kommt uns ein PKW mit Lichthupe auf unserer Seite entgegen und zwingt uns zum Anhalten. Fenster runter "Wo du wolle, habe gutes Hotel für dich"! Wir haben freundliche abgelehnt, er haut mit Vollgas ab, wir kommen gerade mal dazu den ersten Gang einzulegen, da versperrt uns der Nächste den Weg. In einem Ski-Hotel, kommen wir  bei 8 Grad  durchgefrohren an und essen jetzt ganz allein im Hotel-Speisesaal. Außer uns ist halt keiner so bekloppt und fährt zu dieser  Jahreszeit in ein Ski-Hotel. Von daher sind wir auch nicht verwundert, dass nur die Hälfte (maximal) der Speisekarte zur Verfügung steht. Ich freue mich auf ein Steak  - erhalte aber ein Cordonbleu. Myra bekommt Vor- und Nachspeise in einem, und um 22.00 Uhr  sind evtl. keine Getränke mehr zu bekommen, da alle nach Hause gehen! Jack Nicholson "The Shining" lässt grüßen! Doch eines müssen wir wirklich eingestehen.  Das Trentino ist zum Motorrad Fahren wirklich genial, aber nichts gegen diese Berglandschaft.

31.05.2014

 

Ha Ha Ha, uns hat heute Nacht keiner umgebracht, und es regnet auch nicht mehr!

Nach dem Duschen gehen wir in den Speisesaal, der mal wieder eigens für uns reserviert ist! Wir können es nicht so ganz verstehen, da es kein kleines Hotel ist. Dennoch sitzt die Besitzerfamilie im Frottee-Joginganzug gelassen im Foyer des Hotel und verarbeitet fleißig ihre Gemeinschaftspackung Zigaretten. Ca. 10 Bedienstete springen hier herum, aber fragt uns nicht was sie machen. Vielleicht bekommen wir ja gleich beim Frühstück eine Fussmassage! Doch genau hier fängt das Problem schon an! Die Verständigung sinkt auf ein geringes Niveau und wir sind mal gespannt was wir zu essen bekommen! Hoppla, wir sind beeindruckt! Wir haben der Biedienung gesagt "only breakfast" Und jetzt wissen wir wofür die 10 Personen sind: Einer bringt Kaffee, eine Obst und Joghurt (welcher in Kaffeetassen ist)  und dann kommt noch jemand mit einem Teller gekochte- und gebackene Eier sowie Wurst und Käse! Ein perfektes Frühstück und alle sind sehr sehr freundlich. Von daher können wir dieses Hotel auch nur weiterempfehlen.

 

So, jetzt noch schnell auf`s stille Örtchen und dann ab nach Shkodra - Albanien! Übrigens fahren wir nicht über die berüchtigte SH 20 nach Albanien. Wir haben in mehreren Foren gelesen, dass bei - bzw. kurz nach dem Regen man dort nicht unbedingt herfahren soll. Zu gefährlich, zumal wir keine Stollenreifen aufgezogen haben. Schade aber nicht schlimm, da die Strecke durch Montenegro nach Albanien ebenfalls sehr schön ist.

 

18.14 Uhr, wir sind auf unserem 5-Sterne Camping-Platz in Shkodra unfallfrei angekommen, und trinken jetzt erst mal ein Manöver-Bier aus der Minibar!! Siebter Stock mit Blick auf die Stadt, geht doch! Bei 6 Grad sind wir heute morgen direkt in die Tara-Schlucht gefahren, welcher wir 45 km gefolgt sind. Übrigens ist sie die zweit größte Schlucht der Welt. An erster Stelle steht die Colorado-Schlucht. Von dort geht es in den Nationalpark "Biogradska Gora" und anschließend durch den Nationalpark "Skutarisee"! Mehr wollen wir hier nicht schreiben  bzw. sagen, da wir es nur wie  Jodie Foster in dem Film "Contact" ausdrücken können: Gebt mir Worte, gebt mir Worte ....!

 

Doch eines noch, wir wissen jetzt genau wo in Montenegro die frische Buttermilch herkommt! Direkt aus dem Euter!!! Die Kühe werden auf einen ungefederten Anhänger  durch die Tara-Schlucht gefahren. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Frische Milch sollte man hier auf jeden Fall meiden, da die Kühe  frei herumlaufen und den ganzen Müll von der Straße fressen!

 

Für uns steht eindeutig fest, dass Montenegro nicht nur ein landschaftliches Paradies mit gastfreundlichen Menschen ist, sondern ein unbedingtes Muß für Motorradfahrer! Es wäre eine Schande gewesen, hätten wir diese Land nur an der Küste durchfahren.

 

In Shkodra angekommen wird uns sofort bewußt dass wir ab hier in eine andere Welt eintauchen. Angefangen bei der Mentalität, dem Müll auf der Straße, bis hin zu der Armut welche unweigerlich zu erkennen ist; wir werden wohl umdenken müssen. Nichts desto trotz kommt uns wieder eine unwahrscheinliche Freundlichkeit entgegen. Und all jenen die Vorurteile über solche Länder haben, können wir nur raten: Fahrt hin und macht euch selber ein Bild!

 

Wir stehen mitten in der Stadt und wissen nicht genau welche Richtung wir einschlagen müssen um unseren "Campingplatz" zu finden, kein Problem. Wir halten hinter einem Kreisverkehr an (und die werden ein bischen anders befahren als in Deutschland, hier hat der Kreis noch Geraden), und schon bremst ein Kleintransporter direkt neben uns. Scheißegal was hinter ihm passiert. Ein Mann springt raus und fragt in perfekten deutsch ob er uns helfen kann! Ruck zuck waren wir im Hotel. Ob der Muizzin morgen früh, wenn die Sonne aufgeht (hoffentlich erst um 10.00 Uhr), auch sein Gebet in perfektem deutsch vom Minarett verbreitet?

 

22.40 Uhr: Was für Gegensätze! Als wir heute in Shkodra ankamen, dachten wir noch bis kurz vor dem Hotel: Wo sind wir hier gelandet! Autoreifen fliegen in der Gegend herum, Müllsäcke werden einfach am Bürgersteig in die Ecke geschmissen, Autos, nein Schrottkarren stehen ohne Felgen am Straßenrand und verrotten, alles irgendwie schmuddelig! An jedem Kreisverkehr der in der Mitte auch eine nicht zu überfahrende Insel hat, bauen außen am Kreis Obsthändler ihre Ware auf und befestigen ihre Pferde zum Grasen (falss vorhanden) auf den Inseln. Folge dessen war unser erster Gedanke weiterfahren, aber es wird ja nicht besser! Nun haben wir ja ein gutes Hotel mit Blick aus dem siebten Stock. Und genau dieser Blick auf die Hochhäuser bestätigt unseren Eindruck. Trotzdem beschließen wir uns alles in Ruhe anzuschauen und irgendwo zu essen. Wird wohl nicht so schlimm sein! Und was finden wir direkt hinter dem Hotel??? Eine Flaniermeile mit unzähligen Bars, Restaurants und Geschäften, auf welcher man vom Boden hätte essen können. Die Leute alle modern bis piekfein gekleidet, bereit zum Wochenendausgang. Es werden von jungen Leuten Motorräder und Autos zur Schau gestellt. Gesehen und gesehen werden. Übrigens bekommt man hier mit Sicherheit für jeden Mercedes, egal welches Baujahr, ein Ersatzteil. Jedes dritte Auto ist ein "Benz". Wir gehen auf dieser "Meile" im Restaurant "San Francisco", welches im Tripadvisor gute Bewertungen aufweist, essen. Es ist wirklich ein schönes Restaurant welches gegenüber einer Moschee liegt. Die Bestellung lautet wie folgt:: 3 Bier 0,3, 1 Bier 0,5,  1 ltr. Mineralwasser, 2 x Bruschetta, 1 großen Salat, 1 x Penne mit Chicken, 1 x großen Rinderfilet mit Pommes! Die Rechnung bitte, € 23,40 !!!!!!!

 

Beim Bezahlen, es ist ca. 22.00 Uhr, fängt der Muizzin mit seinem Gebet an, und jetzt wird es interessant! Als wir aus dem Restaurant gehen sind die Frauen vom Erdboden verschwunden. Nur noch Männer auf der Straße! Selbst in den Bars und Restaurants, welche vor einer guten Stunde noch brechend voll waren ist es leer! Wir schauen aus unserem Zimmer auf die "Hauptverkehrsader"; nichts los!

Wie bereits gesagt: Wir müssen umdenken!

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01.06.2014

 

Wir hätten unser Haus darauf verwettet, dass uns heute Morgen der Muizzin, von der gegenüber liegenden Moschee, aus dem Schlaf singt. Statt dessen hören wir aus irgend einem Hinterhof  Stevie Wonder mit "Isn`t she lovely" ! Und das in einer Lautstärke welche es erlaubt mitzusingen, ohne textsicher zu sein. Guten Morgen Schatz, siehst wirklich gut aus! ;-)

 

So, schnell in das Badezimmer! Tür auf und dir kommt ein Geruch entgegen, der dich in die Knie zwingt. Das ist uns schon gestern aufgefallen, wir haben jedoch noch nicht den Verursacher gefunden. Irgendwo, bzw. irgendwie sprühen die automatisch  Weihrauch ins Bad. Duft ist gut, das stinkt wie die Pest! Gemütlich baden ist nicht drin.

 

Mal sehen was wir heute alles erleben! Es geht Richtung Bajram Curri und wir wissen nicht wirklich wie die Strassenverhältnisse sind. Von daher werden erst mal nur 161 km geplant. Wir wollen ja auch Land und Leute kennen lernen"

Myra ist auch ganz locker!! Sie sucht im Internet schon nach Verhaltensmuster, die darauf schließen lassen, wo oder wie Gefahr droht! Am Aufzug treffen wir einen Schweizer welcher ebenfalls mit einer GS unterwegs ist. Er ist gestern in Thet gewesen und bemerkte folgendes dazu: Lasst es sein, ich bin den angeblich leichten Teil gefahren und an meine Leistungsgrenzen gekommen. Wenn wir ein Foto von ihm hätten würdet ihr sofort erkennen, dass er nicht untrainiert ist. Strecke ist schon von der Liste gestrichen!!!! Hoffentlich geht das nicht so weiter, da können wir ja direkt über die  Autobahn nach Griechenland fahren!

 

Und tschüss!! Falls ihr heute keinen Bericht mehr lesen könnt wird das 100% an der Internet-Verbindung liegen. Alle anderen Ursachen werden wir zu verhindern wissen :-)

 

Da sind wir wieder und melden uns aus Hotel "America" in Kukes!

 

Heute ist es wirklich mehr als bescheiden! Kurz hinter Shkodra sehen wir auf der rechten Seite ein kleines Geschäft in welchem wir noch zwei Flaschen Wasser und drei süße Teilchen kaufen. Ich bleibe auf dem Motorrad sitzen und habe sofort einen kleinen Jungen mit seiner Schwester neben mir stehen. Alles wird genaustens inspiziert. Dann kommt noch der Vater und dessen Freund und wir unterhalten uns mit Händen und Füßen über das was wir vorhaben! So erhalten wir über diesen Weg sogar noch einen Tipp für den heutigen Tag. Der kleine Junge kommt aus dem Staunen gar nicht heraus und muss, wie soll es auch anders sein, mit dem Motorrad fotografiert werden. Also die Schwester auch noch dabei gepackt. Da der Kleine so begeistert ist, schenken wir ihm mein BMW-Cap! Der bekommt das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht! Wir verabschieden uns alle mit Handschlag, als der Vater noch schnell im Geschäft zwei Dosen Pepsi holte um uns diese zu schenken. 

 

Schon jetzt zeichnet sich am Himmel ein nicht unbedingt freundliches Wetter ab. Je weiter wir in die Berge fahren, desto bedrohlicher werden die Wolken am Himmel. 

Und sie haben ihre Drohung auch umgesetzt. Es hat wie aus Eimern geschüttet und wir mußten uns wirklich auf`s Fahren konzentrieren. Eine Schande bei der sagenhaften Landschaft, welche in kleinen Lichtblicken zu bewundern war. Die ganzen gefahrenen 140 km bestanden aus einer Berg- und Talfahrt mit allen Formen von Kurven die ein Biker-Herz  höher schlagen lassen. Nur nicht bei diesem Wetter!! Schlaglöcher, abgesackte Teerdecken, Steinschlag, verschmutzte Fahrbahnen welche das Fahren schnell zu einer Rutschpartie werden lassen,  und dann noch ein beschlagenes Visier mit Regentropfen bombardiert! Von daher wundert der Schnitt von ca. 35 km/h nicht. Und eines haben wir auf jeden Fall gelernt: Traue keiner Pfütze!! Als sei das noch nicht Genug, fällt die Temperatur in den Bergen auf 7,5 Grad zurück.  Fahrspaß sieht anders aus.

 

Als wir aus den Bergen herauskommen, stehen wir wie in einer Sackgasse vor der Autobahn. Dennoch weist ein Schild rechts auf die Autobahn Richtung "Tirane" oder links Richtung "Kukes", wo wir hin müssen. Das Problem ?? Wir stehen vor der Autobahn und es existiert kein Zubringer!!! Als wir einen Ausschnitt von ca. 15 mtr. Länge in der Mittelleitplanke entdecken wissen wir wie hier zu handeln ist! Wir müssen die Autobahn überqueren, durch den Ausschnitt um dann auf die Fahrbahn Richtung Kukes zu gelangen.

 

Geisterfahrer wegen unüberschaubarem Schilderwald an dem Zubringer der Autobahn ???? Hier unmöglich!!!

 

Das Einzigste was unsere Stimmung aufrecht erhält sind die vielen freundlichen Leute die uns immer  zuwinken. Egal ob vom Straßenrand, oder aus dem Auto! Jeder zweite LKW-Fahrer der uns begegnet, gibt uns eine Kostprobe seiner Hup-Kunst!

Wir sind froh, als wir durchnässt in dem Hotel ankommen und gleichzeitig wieder mal erstaunt wie hilfsbereit die Menschen (auch wenn es in diesem Fall Personal war) sind. Vier Personen helfen, die Motorräder in einer abenteuerlichen Garage unterzubringen, die Taschen aus den Koffern zu holen und auf`s Zimmer zu bringen! Und glaubt uns, wir sind viel in Hotel`s unterwegs; von der Freundlichkeit können sich in unserer Region viele eine Scheibe abschneiden. Nach einer warmen Dusche widmen wir uns der süßen Seite des Lebens und freuen uns auf ein warmes Essen mit einem leckeren Rotwein aus dieser Region. Zum Abschluss bekommen wir sogar noch einen schönen Obstteller auf Kosten des Hauses. Warum muss es bei uns im Sauerland und Umgebung so teuer in den Gasthäusern sein?

06 Shkodra - Bajram Curri 161 km.gpx
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02.06.2014

 

Wir sitzen zum Frühstück in der gleichen Bar wie gestern Abend und werden bestens bedient. Kaffee, Cappuccino, Tee, Wasser? Dazu ein Ei, gekocht oder gebacken! Absolut freundlich! Und dann kommt auf gebrochenem deutsch: Guten Appetit!

 

Myra fühlt sich als einzigste Frau unter den 26 Männern auch sichtlich wohl, aber das ist nun mal normal hier! Wir fragen uns natürlich ob die 26 Herren schon alle im Sommerurlaub sind, oder ob die Arbeitslosenquote hier so hoch ist. Alle tragen, wie wir es auch kennen, graue Jacket´s. Bis auf vier Herren: Sie haben alle das gleiche blaue Hemd, mit einem Embleme auf der linken Brustseite, an. Und ratet mal: Es ist die Polizei! Endlich haben wir etwas gefunden, wo es keinen Unterschied zu Deutschland gibt ;-)

 

Wir kommen mit unserem Gepäck aus dem Aufzug und schon stehen wieder die beiden Männer vor uns, die uns den ganzen Abend das Leben leicht gemacht haben. Und als wäre es Tradition, geht es so weiter. Das war es mit Koffer schleppen. Keine Wiederrede! Die Motorräder aus der abenteuerlichen Garage herausholen und bepacken geht mit deren Hilfe im Hand Umdrehen. Nun folgt die große Abschiedszeremonie und die ist nicht ohne!!  Es fängt beim Bezahlen der Rechnung an und man sollte, ohne überheblich sein zu wollen, sich immer vor Augen halten, dass die Menschen hier nicht unbedingt das meiste Geld zur Verfügung haben! Zimmerpreis € 56,-- wir bezahlen € 10,-- weniger, dann haben wir auf die schnelle noch zwei Cappuccino getrunken. Bezahlen?? Kommt gar nicht in Frage! Obendrauf kommt noch der Besitzer auf uns zu und schenkt uns zwei Flaschen "Raki Manaferre", ein sehr beliebter Cognac aus dieser Gegend! Momentan sitzen wir in Durres im Hotel "Nais-Beach" auf dem Balkon mit Meerblick und die guten Fläschen nehmen Einfluss auf unsere Gehirnwindungen. Alles erledigt, steht jetzt wieder die "Fotosession" mit unseren Freunden an. Das Posen machen wir ja mittlerweile im Schlaf! Schnell noch die Facebook-Seite des Holtel`s "liken" und schon bleiben die Jungs auf dem aktuellen Stand unserer Reise!

 

Jetzt aber nichts wie ab, auch wir haben einen Zeitpan den wir nicht einhalten!

 

Wir fahren die ersten Kilometer aus Kukes heraus und man glaubt es kaum! Auch in Albanien gibt es so etwas wie einen blauen Himmel mit Sonnenschein! So einen Anblick der gewaltigen Umgebung mit ihren Bergen und einem schimmernden, dunklem Grün der Bewaldung haben wir noch nicht erlebt. Dies liegt, so hatte man uns gestern berichtet, an dem vielen Niederschlag zu dieser Jahreszeit! Und wir wissen, das mit dem Regen ist nicht gelogen! Erst jetzt wird uns wirklich bewusst was wir auf der gestrigen, verregneten Fahrt verpasst haben. Aber das holen wir nach.

 

Da wir uns ausschließlich in den Bergen aufhalten und Schnellstraßen bzw. Autobahnen meiden (falls vorhanden), kommen wir bei diesem Wetter aus dem Fahrspass nicht heraus. Zwischen zwei Kurven liegt eine max. Gerade von 150 Metern und so fahren wir uns im wahrsten Sinne des Wortes "dumm und durmelig". Den letzten Kick bekommt man beim Anblick der Natur! Doch Vorsicht "immer schön aufpassen", hinter jeder Kurve kann ein fatales Loch in der Straße lauern, oder ein Steckenabschnitt vom Steinschlag gesegnet sein. 

 

Wir sind bereits 50 km Richtung "Peshkopia" gefahren um über "Burrel" nach Durres zu gelangen, da kommt uns Andreas der Österreicher mit seiner GS entgegen! Hääääää!!!

Was hat der denn vor, der wollte doch die gleiche Strecke fahren wie wir! Also Vollbremsung und smaltalk halten. Gut dass wir ihn getroffen haben. Von "Peshkopia" nach "Burrel" kommt man nur über eine  unbefestigte Straße! Man kann auch "geteerter Schotter-Weg" sagen. Aber das war uns ja bekannt. Durch den starken Regen ist diese Strecke jedoch unbefahrbar geworden. Wir hatten schon erwähnt, dass man Pfützen meiden soll; und diese Straße bestand wohl nur noch aus Schlamm und Pfützen. Also kehrt Marsch!. Gleiche Strecke, andere Richtung, neue Ansichten.

 

In Kukes fahren wir dann wohl oder übel auf die Autohbahn Richtung Durres! Schön entspannt bei 120 km/h den Tempomat setzen, wie bequem! Unsere Kühe scheinen sich auch zu freuen, dass ihre Euter nicht wieder im 2. oder 3. Gang durch die Berge gescheucht werden. Wir haben schon viel gesehen, aber hier das setzt allem die Krone auf! Vorschriften zur Benutzung der Autobahn wie bei uns - hier fehl am Platz! Wir treffen Kühe auf der Überholspur , Rennradfahrer, Spaziergänger, Blumenverkaüfer und parkende Autos (mitten auf der Bahn) an, welche irgendwelche Tramper mitnehmen. Würde uns eine Kuh überholen wir würden den Führerschein abgeben. Sollte der "Dahl" besser auch! Er ist der Einzige aus unserem Parasiten-Club der die Fliegen am Rücken - und nicht am Scheinwerfer hat.

 

Trotz der Umstände bewegen wir uns langsam aber sicher aus den Bergen heraus Richtung Meer, und mit jedem Kilometer steigen die Temperaturen bis auf angenehme 24 Grad!

 

Kurz vor Tirane überholen wir einen Convey mit 27 deutschen LKW`s, welche von der örlichen Polizei begleitet werden. Einem jeden winken wir und wir werden durch ein kräftiges Hupen ebenfalls gegrüßt.  Nun schnell zur nächsten Raststätte um diese zu filmen. Ein Spektakel sonder gleichens! Keiner der Fahrer lässt es sich nehmen die Lichthupe und das "Horn" auf dem Führerhaus entsprechend zu betätigen, echt irre. Den Film dazu werden wir wenn möglich vorab  hier einspielen!

Es handelte sich dabei um einen Charity-Projekt für Albanien, Kosovo und Mazedonien des Vereins BBH Biker- Brummi- Hilfe e.V.

 

Mehr unter: www.bb-hilfe.de

 

Wieder mal ein schöner Tag, von dessen Abend wir noch berichten werden.

 

Wir sind froh all dies erleben zu dürfen.

03.06.2014

 

6.55 Uhr und wir stellen fest: Hier gelten die gleichen Gesetze wie in Shkodra! Am Abend früh ins Bett und morgens wird die Musik aufgerissen. In diesem Fall im Hotel-Speisesaal, welcher direkt unter uns liegt. Haben die einen Sprung in der Schüssel????? Die Nacht war auch nicht gerade dass was man erholsam nennt. In Albanien, vor allem in den Großstädten, sieht man sehr viele Straßenhunde. Welche, so hatte es sich zumindest angehört, nachts um ihren Schlafplatz oder Essenreste die wie teilweise auch der andere Müll in jeder Ecke verteilt werden, kämpfen. Und das hörte sich nicht wirklich harmlos an. Sofort denken wir an unsere "Kleinen" und sind uns sicher, dass es ihnen sehr gut ging. Sie fehlen uns schon sehr und irgendwann werden wir uns nochmal einen kleinen Hund zulegen. Mhhh, die Stimmung kippt, also schnell das Thema wechseln.

 

Auf Grund der aktuellen Wetterdaten werden wir unsere weitere Tour in Albanien umplanen. Im Landesinneren ist derzeit schlechtes Wetter gemeldet, daher ziehen wir es vor heute entlang der Albanischen Küste bis nach Sarande zu fahren.

 

Heute ist ein besonderer Tag! Nicht nur wir, sondern auch unsere Kühe, bekommen eine Dusche. Einmal mit Sprühmittel vorreinigen, mit dem Dampfstrahler ordentlich hinterher und dann abledern! Kosten, 200 Lek pro Kuh, umgerechnet € 1,60 ! Das war nur auf die Kühe bezogen !!!

 

So verlassen vier saubere Reisende Durres. Sauber, zumindest die ersten 1,2 km! Dann kommen wir in einen unbefestigten Kreisverkehr, Schlamm, Pfützen, Schotter und die Kühe sehen aus wie "Schweine"!

 

Wir wollen auf diese Stadt nicht weiter eingehen, da wir keinem auf die Füße treten wollen. Dennoch handelt es sich für uns nur um eine große Fläche hingeknallter Hochhäuser um die Landflucht aufzufangen. Diesen Scharm teilen aber auch die anderen Großstädte an der Küste mit Durres" ! Andreas der Österreicher welcher uns wieder unterwegs entgegen kommt (so klein ist die Welt) bestätigt diesen Eindruck. Wir haben Andreas auf der Höhe von Orikum getroffen und uns über den smaltalk sehr gefreut. Er hat sich das "Blaue Auge", wir werden noch näher darauf eingehen, angeschaut und ist jetzt auf dem Weg nach Durres um mit der Fähre nach Bari überzusetzen. Dann will er, wie auch wir noch, an die Amalfiküste und über Florenz nach Hause. Echt netter Kerl!

 

Der Abschnitt zwischen Durres und Sarande wird auch die "Albanische Riviera" genannt und soll wunderschön sein. Bis Vlore merken wir nichts davon, sind sogar der Meinung hier keinen längeren Urlaub buchen zu wollen. Von dort geht es über Orikum hoch nach Dukat. Dukat liegt auf einer Bergkette welche steil von der Küste Richtung Himmel steigt. Die Fahrt dort hoch führt durch einen traumhaften Wald. In jeder zweiten Kurve steht ein kleines uriges Restaurant, in welchem Fleisch und frische Forellen (man kann diese selber fangen) gegrillt werden. Einer hatte sogar draußen einen riesigen Räucherofen an. Der ganze Wald roch nach frischer, guter Küche. Einfach nur bezaubernd. Hier hätte auch der Räuber "Hotzenplotz" zu Hause sein können. Bevor wir es vergessen: Es stand "gebackener Schafskopf" auf der Karte!!! Also schnell den vorsorglich gekauften "Slibowitz" aus dem Koffer holen.

 

Nicht nötig wir bekommen einen selbstgebrannten Raki angeboten, lehnen jedoch dankend ab! Unsere Argumente kann der nette Mann gar nicht verstehen, das ist hier normal. Ein Blick auf den Nachbartisch bestätigt diese Aussage! Da sitzen drei Kerle die eine ganze Flasche zum Nachtisch getrunken haben. Egal, die müssen ja nur noch LKW fahren!

 

Gut gegessen fahren wir über die Bergkuppe und trauen unseren Augen nicht! Wären wir uns nicht zu 100% sicher, dass wir in Albanien sind, es hätte auch Curacao sein können. Wir wissen gar nicht wie wir das beschreiben sollen, schaut euch einfach die Bilder an. Aber wir versuchen es. Man schaut über einen weiten Landstreifen welcher an der Küste immer wieder lange wirklich weiße Sandstände mit hellblauem Wasser aufweist. Der Berg auf welchem wir uns befinden steht bauchig bzw. halbrund an der Küste und man fährt die Straße (wie Myra mit Ihrer Hand über meinen Bauch) von einer Seite auf die andere. Und so schwingt die Straße sich in regelmäßigen Serpentinen diese 180 Grad bis an den Sandstrand herunter!

 

Unerwartet aber nicht schlimm, da wir ja bestens vorbereitet sind, geht die Ölkontrollleuchte an. Wir nutzen dies für eine kurze Pause und genießen weiter diesen Anblick.

 

Da wir ja Urlaub und kein Rennen mit unbedingt zu absolvierenden Tagesetappen machen, checken wir kurz entschlossen im Hotel "Rapo`s Resort" in Himare ein. Ja, es ist wieder ein 5-Sterne Hotel, aber der Pool und die Sitz-Lounge ist zu verführerisch. Für € 60,-- incl. Frühstück bekommt man das bei uns nicht!

 

Schnell auf`s Zimmer alle Ladegeräte anschließen, Wäsche für € 3,00 zum Waschen geben (bügeln incl.), duschen und dann ab in den Pool!

 

Das haben wir uns verdient!

 

Und nun "same procedure as every day"! Bilder einstellen, Tagesbericht schreiben, lecker essen und trinken. Einfach nur relaxen!

08 Peshkopi - Durres 173 km.gpx
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12 Gjirokastra - Korca 187 km.gpx
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04.06.2014

 

Geschlafen wie ein Baby und von selber wach gewordern. Kein Muizzin, keine laute Musik, aber dafür schlechte Nachrichten! Die heutige Kommunikationswelt macht es nun mal möglich, dass man top aktuell informiert ist. Sonst würdet ihr in diesem Moment ja nicht wissen dass wir auf einer schönen Terrasse sitzen und frühstücken!!

 

In facebook hat ein Biker folgenden Bericht veröffentlicht:

 

http://www.motorradonline.de/motorradbranche/rueckruf-fuer-bmw-r-1200-...gs-gefahr-von-oel-auf-hinterreifen/562204

 

BMW hat eine Rückrufaktion gestartet von welcher auch wir betroffen sein könnten. Der Wellendichtring am Getriebe könnte undicht werden und Öl auf das Hinterrad gelangen!!

 

Na toll, da fährt man wie im Lehrbuch beschrieben einwandfrei durch die Spitzkehren und landet trotzdem irgendwo 30 mtr. tiefer!! Wir haben direkt bei BMW in Siegen angerufen und warten nun auf Auskunft ob auch wir davon betroffen sind. Ja, ich habe schon bei den Motorrädern geschaut und nichts festgestellt, das heißt aber nichts!

 

Das nennen wir Service !! Herr Hartmann von BMW-Wahl hat gerade zurückgerufen und uns einen schönen, sorgenfreien Urlaub gewünscht. Danke!!

 

Dann auf die Böcke und ab über "Gjirokastra" in die Berge! Auf dieser Strecke liegt auch das "blaue Auge"! Keine Angst, es handelt sich nicht um ein paar Halbstarke die uns für 100 Lek ein paar Ringe verpassen. Mehr heute Abend!

 

Da sind wir wieder und ihr liegt mit Sicherheit total falsch, wenn ihr raten solltet wo wir momentan unser Quatier haben!

 

Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde, komm schenk mir ein und wenn ich dann traurig werde, liegt es daran ..  DAS  ICH FUSEL GETRUNKEN HABE!

 

Wir haben unseren ursprünglichen Plan, bezogen auf unsere Albanien-Rundreise aber so etwas von über den Haufen geschmissen, sodass wir jetzt in Igoumenitsa sitzen. Warum ?? Kommt noch!

 

Nachdem wir heute Morgen drei neue Feundschaften auf Facebook geschlossen haben sind wir an der Albanischen Riviera weitergezogen. Bereits nach 3 km mussten wir den ersten Stop zum Fotographieren einlegen. Um es mit Lothar Abel seinem Wort perfekt zu beschreiben: Sensationell!

 

Es heißt ja die "Jadranska Magistrale" sei die schönste Straße der Welt! Dann haben die Albaner die Hälfte geklaut, oder es ist gelogen! 

 

Achtung: Plötzlich Straßenarbeiter mitten auf der kurvenreichen Strecke, welche den Mittelstreifen neu ziehen. Wir nicht dumm und fahren nicht drum herum! Einmal links und einmal rechts durch die frische Farbe und wir haben Unikate aus unseren Motorrädern gemacht: R1200GS LC mit Weißwandreifen!!!

 

So fallen wir wieder Kilometer um Kilometer von einer Kurve in die Andere! Wir hätten uns besser einen "Kurvenzähler" gekauft, gibt es aber noch nicht! Ups, nicht verraten, da wir ein Patent anmelden werden. Der muss aber mindestens 6-stellig sein, mehr technische Details verraten wir nicht!

 

Auf jeden Fall erweist sich unser "Sprechfunk" als sehr nützlich, da ich Myra mit folgenden Informationen immer auf dem Laufenden halten kann.

 

- kannst überholen, kein Gegenverkehr,

- Achtung: Kurve zieht sich zu!

- Fahr weit links, in dem Loch liege ich schon!

 

und, und, und!

 

Auf einmal erschließt sich auf der rechten Seite, in einer Bucht, ein Anblick welcher uns von "James Bond" bekannt ist. Und so ist es auch! Es ist das Tor zu dem U-Boot Tunnel "Porto Palermo" und dessen Bunkeranlage! In dem ca. 650 Meter langen Tunnel haben vier U-Boote der "Whiskey-Klasse" mit einer Länge von 75 Meter platz! Lothaaar: Sensationell !

 

Nach 60 Kilometern Küstenstraße biegen wir links ab um wieder in der albanischen Bergwelt abzutauchen. Es bedarf nur wenige Kilometer bis sich links und rechts der Schatten neben uns aufbaut. Immer höher die Berge und schmaler die Straße!  Wir fühlen uns wie zwei Gäule denen man die Scheuklappen angelegt hat.

 

Endlich, da kommt das Hinweisschild:

Und jetzt des Rätsel`s Lösung: Es hat nichts mit Kränzen um den Augen zu tun. Es ist mit 6 m3/sek. die wasserreichste Quelle des Landes.  Das Wasser von "Syri i Kalter" (Blue eye) fließt in die "Bistrica" ab.  Der Name kommt von dem tiefblauem Wasser, welches durch den darunter liegenden Kalkstein im Hintergrund so wahrgenommen wird. Um die Quelle herum sind hunderte wenn nicht sogar tausende von ebenfalls tiefblauen Schmetterlingen! Lothar, jetzt musst Du ein neues Wort kreieren!

 

Weiter führt uns die Fahrt nach Gjirokastra, eine Stadt die als Weltkulturerbe anerkannt ist!

 

Nur um das mal gerade klar zu stellen, wir können kein albanisch! Aber wir haben in den paar Tagen in diesem Land gelernt Fährten zu lesen.  Anhand der Schei..., nein des Kot`s, welcher auf der Straße liegt, können wir nicht nur die Art  sondern auch die Anzahl der Viecher bestimmen welche hinter der nächsten Kurve auf uns lauern!

 

 

Lange Steifen = Schwein, Fladen = Kuh, Knödel = Schaf/Ziege

 

Nachdem wir uns die Stadt kurz angeschaut haben, wollten wir eigentlich weiter nach Korca und dann zum Ohrid-See! Wäre da nicht das scheiß Wetter, welches in dunklen Wolken und einem mächtigen Wind seine Stärke zum Ausdruck bringt! Wieder in den Regen fahren, unwissend welche Straßenverhältnisse auf uns zukommen (schließlich haben wir schon 2-mal umdrehen müssen), nein Danke!

 

Wir haben immer gesagt, dass wir den Urlaub nach unseren Bedürfnissen gestalten; wir brauchen Sonne! Es sind von Gjirokastra nach Igoumenitsa nur 130 km, von daher war die Entscheidung schnell getroffen. Schweren Herzens fahren wir nicht an den Ohrid-See und planen leider ;-) drei Tage Korfu ein!

 

Kurz tanken, eine Snack und schnell mal die Augen reiben! Sehen wir richtig??

Georg/Andreas/Hubi, das ist nicht gelogen! Da kommt die Polizei, setzt sich in das Bisto und zieht sich genüsslich ein kühles Bier durch den Schlund! Halloooo!

 

Doch wir sollen am Grenzübergang nach Griechenland noch entsprechend belehrt werden!

Passkontrolle bestanden, stehen wir hinter dem Grenzhäuschen da spricht uns ein albanischer Polizist an! Na toll! "Geht es Ihnen gut und hat es Ihnen gefallen" Wir antworten wie immer ehrlich mit einem "Yes, your country is very beautiful" - "Kommen Sie , wir trinken einen Kaffee oder etwas anderes zusammen" - Oh ha, bekommen wir jetzt eine Litanei unserer Verkehrsverstöße aufgetischt?? Wir lassen die Motorräder stehen, da diese auf Anweisung bewacht werden und gehen zurück über die Grenze nach Albanien. Bis zu einem 100 Meter entferntem Cafe unterhalten wir uns sehr gut! Und jetzt kommt es (ihr wisst: wir sind mit dem Motorrad unterwegs): "Ich bin der Polizeichef hier, wollt Ihr ein Bier ?" !!!!!!!!!!!!

Myra und ich haben, so glauben wir, noch nie so doof geguckt! Will der uns verarschen? "O.K.: yes please" So trinken wir unser Bier und unterhalten uns ca. eine halbe Stunden lang richtig gut mit dem Chef! Er bekommt unsere Web-Seite aufgeschrieben und wir erhalten seinen Namen und seine Telefonnummer, falls wir mal wieder vorbeischauen  und irgendwelche Probleme haben sollten!! 

 

So Georg/Andreas/Hubi, Freunde des Gesetzes. Nehmt Euch mal ein Beispiel daran, dann könnt ihr auch die "Puste" aus dem Streifenwagen schmeißen!

 

Nun ja, jetzt sitzen wir hier gegenüber vom Fährhafen bei einem Heineken, können wieder in Euro zahlen (kostet zwar alles das Doppelte wie in Albanien) und schmunzeln über das Erlebte. 

 

Morgen melden wir uns von der Insel!! Übrigens der Film "Die Insel" mit Leonardo Dicaprio ist ein richtig guter Film!

05.06.2014

 

Was halten wir denn von acht Mückenstichen am Morgen ? Richtig, gar nichts!

Das darf doch wohl nicht wahr sein, mir juckt der ganze Pelz. Vergeßt es, ich habe geduscht! Selbst in der Hotel-Lobby wir man von den Biestern belästigt. Von daher werden wir, bevor wir auf die Fähre nach Korfu fahren, ein 10 ltr. Gebinde "Autan" kaufen. Damit werden wir, wie es in der Tierwelt üblich ist, unser Revier auf dem Zeltplatz markieren. Und wehe dem!!

 

Die nächste Fähre setzt um 14.15 Uhr über, somit haben wir genügend Zeit uns die Hafenpromenade anzuschauen und hier und da noch etwas kaltes zu trinken. Vom Wetter her war es die richtige Entscheidung Albanien zu verlassen. 

 

Aber eines sei nochmals gesagt: In keinem der Länder welche wir bis jetzt durchfahren haben, ist uns diese offene und herzliche Freundlichkeit begegnet. Gut, es gibt sicherlich einige Sachen, welche nicht unserem "westlichen" Standart entsprechen, oder gelinde gesagt manchmal nicht schön anzusehen sind. Es kommt darauf an in welchem Teil Albanien`s man sich aufhält. Dennoch kann man überall im Land (auch im Inneren) die stätigen Bemühungen zur Verbesserung der Verhältnisse wahrnehmen. Mann muss nur die Augen aufmachen. Wir sind uns sicher, dass sich kaum jemand von uns vorstellen kann, welcher Anstrengungen es bedarf unter den teilweise katstrophalen Umständen sein Leben zu bestreiten. Wir können dieses Land als Reiseziel nur empfehlen und werden auch nochmals vorbeischauen!

 

Der "Chef" wartet ja auf uns!

 

Da derzeit alle von uns gesetzten "Urlaubs-Parameter" sich im grünen Bereich befinden, vor allem der Zeitfaktor, werden wir Korfu vier Tage erkunden. Dann geht es weiter nach Kalampaka!

 

Nach  dem Frühstück genießen wir noch einmal vom Balkon die großartige Aussicht auf die unvergleichliche Bucht von Igoumenitsa. Es ist einfach nur phänomenal: Auf einer Seite die spektakulären Berge und direkt vor uns das Mittelmeer welches in einem sagenhaften Türkis schimmert. Also ab in die Tiefgarage und auf die Motorräder. Es gibt da nur ein kleines Problem! Die Ausfahrt ist wirklich sehr steil und Myra hat ein wenig Bedenken dort hochzufahren. Wir finden, es ist nicht nur für uns eine Zumutung sondergleichen. Doch Myra gibt einmal richtig Gas und ist schon aus der Garage. Astrein gelöst! Wir fahren direkt in den Hafen und es ist unvorstellbar wieviele Menschen, Auto`s, Moped`s und teilweise ganz schön bekloppte Fahrer unterwegs sind. Direkt entlang des Hafen ist zwischen den Fahrbahnen eine fast 500 Meter lange Bar- und Bistroscene welche bereits jetzt (wir haben 11.30 Uhr) schon brechend voll ist. Einfach nur formidabel. Wir halten uns hier bis 14.00 Uhr auf um dann mit der Fähre Richtung Korfu zu schippern. Bei einem Expresso erzählt uns ein Grieche, dass Korfu eine überragende Insel ist. Wir sind gespannt.

 

Lothar vielen Dank für Deine Hilfe (seht den Eintag im Gästebuch)!

 

Die Fahrt mit der Fähre dauert ca. 1 Stunde und es ist einfach gut zu wissen, dass für die nächsten Tage wolkenfreies Wetter bei 28 - 29 Grad gemeldet wurde.

 

Eine kleine Ferienwohnung in der Anlage " Saint Nicolas Beach" mit Meerblick und eigenem "Beach" ist für die nächsten vier Nächte unser Zuhause. Schnell fahren wir noch in den Supermarkt um uns mit Lebensmittel einzudecken. Zusätzlich halten wir bei einem großen, überdachten Obst- und Gemüsestand direkt an der Hauptstraße an. Nachdem wir alles probiert hatten wozu wir aufgefordert wurden, hat sich der Gedanke an das Abendessen von selbst erledigt. Richtig Spaß kam auf als wir zwei italienische Pärchen trafen und erzählten dass wir auch noch quer durch Italien reisen werden. Die hörten gar nicht mehr auf zu erzählen was wir alles in Italien anzufahren oder zu essen haben. Und wie die Italiener so erzählen. Laut, schnell und mit den Händen um sich schlagend.

 

Heute gibt es hausgemachte italienische Pasta mit Bolognese, dazu einen Flasche Rose, und das in Griechenland. Aber wir werden diese tolle Insel mit einem "Ouzo" würdigen.

06.06.2014

 

Vorab bedanken wir uns wirklich bei dem anonymen Leser, welcher unsere Daten korregiert.

 

Heute haben wir bereits 11.00 Uhr (griechischer Zeit) als wir das Tageslicht erblicken. Wir mussten aber auch wirklich mal ausschlafen, da wir bisher nie mehr als 5-6 Stunden Schlaf hatten. Ihr wisst, Muizzin, laute Musik, oder lange Nächte um bei dem unheimlich schnellen Internet unsere Seite zu pflegen.

 

Ich hörte heute Nacht Myra leise schimpfen "was für eine Sch... ich sehe aus als hätte ich Botox gespritzt"! Sicherlich habe ich das nur geträumt! Nun wollte ich nachdem ich wach war langsam die Augenlider hochziehen, als auf einmal meine Augen vorschossen: WAS IST DAS DENN?????

 

Hätte mein Schatz passend zu ihrer Lippe wie ein Kamälion die Hautfarbe gewechselt, ich hätte sie nicht mehr erkannt. Jeder der meint er könne meine Frau küssen, das wisst ihr,  hat anschließend ein Problem! Die Mücke war schlauer!!! Die Unterlippe ist so dick, das Myra noch nicht einmal lachen kann und das Reden schmerzt wohl auch ein bischen. So ein Jammer! Ob der Ouzo den sie gerade nicht nur zur Kühlung nutzt wirklich hilft??

 

Aua, ich bekomme gerade einen "gemetert" und die Maus fällt runter: Pause!!

 

Es ist schon gewöhnungsbedürftig aber durchaus bekannt. Man darf weder Leitungswasser trinken noch Toilettenpapier in die dafür vorgesehen "Schüssel" schmeißen. Wie soll das den gehen? Für uns eine leichte Aufgabenstellung, da wir mit dem Weltumsegler Auwer-Heiner mal in Frankreich selgeln waren. Stimmt nicht, wir sind 14 Tage mit Hilfe des Aussenbordmotor`s geschippert! Dennoch haben wir folgendes gelernt:

 

Zum Lebensmittel Abwaschen immer stilles Mineralwasser nehmen, und das dringende Bedürfnis löst ihr indem ihr "die Fische füttert"! Immer schön auf dem Rücken schwimmen!

11.00 Uhr, "Ölper Tiet" - Prooost

Guuute Nacht Freunde, er wird Zeit für uns zu gehen, was wir zu sagen ...

 

07.06.2014

 

Heute werden wir über eine Strecke von 200 km Korfu erkunden.  

 

Das war ja wohl ein Satz mit "X"!  Von Dasia aus fahren wir an der Küste entlang Richtung Ypsos und finden jetzt schon die Verkehrsdichte recht nervig. Es wird Zeit uns ins Landesinnere zu verziehen. Was soll hier wohl in der Saison auf der Straße los sein. Überholen ist fast unmöglich, sei denn man ist absolut schmerzfrei! Und dann fahre mal bei mehr als 30 Grad hinter einem Bus her, der  auf Grund der vielen kleinen Anstiege und Kurven nur zwei Sachen im Sinn hat: Schalten und Gas geben wie ein Weltmeister. Da kannst Du ja direkt nach Castrop fahren und Kohle essen, oder in Bamberg ein Rauchbier trinken. Kilometer 13 und das Navi fällt aus! Ich will Myra informieren, Gegensprechanlage funktioniert nicht. Eins kann ich sagen, es dauerte keine 10 Minuten und die Temperatur in meinem Kombi war um lockere 12 Grad angestiegen. Es fehlte nicht viel und ich hätte die Kuh samt Navi und Helm schwimmen geschickt. Also: cool down, immer positiv denken und ohne den modernen Hilfsmitteln weiterfahren. Kann ja nicht so schwer sein griechische Schilder zu lesen. 

 

Imerolia ist eine etwas in die Länge gezogene Stadt, welche wir dreimal durchfahren mussten um die richtige Abzweigung zu dem Kloster "Pantokratoras" zu finden. Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Das Kloster liegt auf dem gleichnamigen Berg welcher mit 906- oder 917 Meter den höchsten Punkt dieser Insel markiert.  Über die genaue Höhe streitet man sich bis heute noch. Eine 18 km lange, kurvenreiche, steile Strecke muss beweltigt werden um als Belohnung einen unbeschreiblichen Ausblick über die gesamte Insel zu erhalten. Aber allein schon die Fahrt dort hoch läßt einen alle 500 Meter anhalten um wieder das perfekte Foto zu schießen. Egal ob Olivenhaine, Zypressenwälder, wilde Kakteen oder schroffe Felsformationen, alles wirkt einzigartig! Allein die ganzen Olivenbäume, nein es sind Olivenbaumwälder, sind schon bemerkenswert. Je höher wir kommen, desto schlechter und schmaler wird die Straße. Die letzen 300 Meter haben es wirklich in sich! Wir schätzen mal eine Steigung von 16-18%  und dazu kommt ein ruppiger Straßenbelag. Hinterher haben wir in der "Motorrad und Reise"  Zeitschrift gelesen, dass dieser Abschnitt nur für geübte Fahrer geeignet ist. Vielleicht täuscht die dünne Luft, aber ich meine Myra ist 10 cm größer geworden!

 

Durch die Berglandschaft cruisen wir dann weiter um unsere Runde zu drehen. Es war ja eigentlich klar, dass ohne Navi die von uns geplante Insel-Tour voll in die Hose geht. So kam es wie es kommen musste. Nach einer fast 1-stündigen Fahrt durch das Gebirge, welche ohne Zweifel toll war, landeten wir wieder in Imerolia. Wir haben von allen Gegenden durch die wir fahren Landkarten nur nicht von Korfu. War ja eigentlich auch gar nicht im Plan! Es ist aber schon 15.30 Uhr und so fahren wir am Stand zurück. Kurz vor unserer Wohnung ist eine schöne Strandbar in welcher wir ein "Sex on the beach" und ein "Malibu & Cranberry" trinken. Nicht nur hier -, generell ist es immer lustig anzusehen, welche Augen die Leute machen, wenn Myra den Helm abnimmt. Eine Frau die  Motorrad fährt? Schnell Handy bzw. Kamera raus und ein Foto schießen.

 

Jetz noch schnell in dem täglich wärmer werdenden Meer schwimmen und dann ein Manöverbier auf einen unfallfreien Tag trinken. Wo gehen wir denn mal heute Abend essen? In der Hoffnung an der Küstenstraße ein schönes Lokal zu finden in welchem wir in aller Ruhe draußen sitzen können, ziehen wir mit Myra`s Kuh los.  Wie naiv von uns! Mein Gott, jetzt im dunkeln wird uns erst so richtig bewußt, dass wir uns in einer richtigen Touristenhochburg befinden. "Viva Las Vegas" ??!!?? Neon-Reklame und -verziehrungen wohin das Auge reicht. Wie fürchterlich ist das denn? 

 

Ene mene Miste es rappelt in der Kiste! Ene mene meck und Du bist weg!

 

Hier gehen wir rein. Schöne Terrasse mit Olivenbäumen und Blick auf die Neonwelt Korfu`s, dazu griechische Musik aus mehreren Lautsprechern, welche in den Bäumen versteckt sind. Jetzt kommen noch drei Straßenmusikanten mit "Schifferklavier" und Gitarre auf die Terrasse und wir hören einen perfekten Mix aus "Griechischer Wein" und "Syrtaki"! Touristenverarsche hoch drei, aber wem es gefällt. Uns nicht! Wie schön ist es doch in den Bergdörfern wo das tatsächliche Leben stattfindet. Ruhe, Flair, man kommt auf eine ehrliche Art mit den Menschen ins Gespräch und erfährt obendrein noch einiges über die Region.

 

Unser Vorsatz für die weitere Reise liegt auf der Hand: Abseits des Tourismus bewegen!"

08.06.2014

 

Gekochte Eier, Joghurt, 2 Scheiben Weißbrot und ein leckerer Kaffee. Diesen brühen wir übrigens nach wie vor in unserer Espressokanne auf dem Gaskocher. Wir haben den richtigen Kaffee - und vor allem die richtige Dosierung gefunden um einen

"bella Espresso" zu schlürfen!

 

Dann ist eine Stunde Arbeitseinsatz angesagt: Wir wollen morgen recht früh auf die Fähre, um spätestens gegen Mittag in Kalampaka zu sein. Darum heißt es Wäsche waschen, alle Akkus laden (das ist anstrengend), Koffer so weit wie möglich vorbereiten und ab an den Strand! Seelische und moralische Vorbereitung auf die Abreise!

 

Das ist ja mal wieder typisch: Da gehe ich an meine Kuh um aus der wie "Fort-Knox" gesicherten Ortlieb-Tasche zwei Landkarten zu holen und sehe, dass der Motorradschlüssel die ganze Nacht im Schloss war. Nun ihr lieben Langfinger, was soll die Hektik, fahrt mit der Kuh weg und knackt die Tasche in Ruhe!

 

Es macht sich wieder bemerkbar, dass wir gut organisiert sind. Ortlieb-Tasche auf, Luftmatratzen raus und ab ins Meer. Heute ist es absolut windstill, da sind die 31 Grad aber sehr zu spüren. Es ist Vorsicht auf der Luftmatratze geboten, da wir uns keinen Sonnenbrand erlauben können. Irgend etwas stimmt nicht. Wir liegen beide auf der selben Luftmatratze, Myra`s ist über - und meine unter Wasser?? So, der Badetag ist beendet!

 

Mhhh, der Kaffee duftet! Den werden wir jetzt in aller Ruhe trinken und dann nach Korfu-Stadt fahren. Diese hat sich schon bei der Ankunft im Hafen, vor drei Tagen, als sehr imposant erwiesen. Die eng aneinander gereihten Häuser lassen auf urige, schattige Gassen schließen in welchen es auch bei 31 Grad angenehm auszuhalten ist. Wir sollten Recht behalten! Die Altstadt ist mit schönen kleinen Gassen durchzogen, welche zum Bummeln geradezu einladen. Ein Geschäftchen und Restaurant neben dem Anderen. Aber auch die alten Häuser glänzen mit ihrem Charme. Kleine blumenbehangenen Balkone, Wäscheleinen quer über die Gassen und hier und da eine alte Frau im Fenster die das Getummel in den Gassen beobachtet. Und genau das machen wir jetzt auch. Wir setzen uns in ein Straßenlokal und beobachten die vielen Menschen, wie sie auf der Suche nach einem schönen Restaurant, einem anscheinend einmaligen Souvenir, oder einfach nur staunend durch die Gasse wimmeln. Keine Konversation zwischen Myra und mir, einfach nur "glotzen"! Der Meinung anderer nach gehören wir sicherlich in diesem Moment zu den Pärchen die sich nichts mehr zu sagen haben.  Nebenbei essen wir gemütlich, und ich habe schlagartig eine Idee warum meine Luftmatratze heute Nachmittag unter Wasser war! Der Salzgehalt im Meer ist zu niedrig!

 

"Il conto por favor", "the bill please", "kan ik betalen", l`adition s.v.p." oder "die Rechnung bitte" alles beherrschen wir, nur kein griechisch! 15 Minuten später sind wir wieder in unserer kleinen Wohnung und bereiten alles für die morgige Abreise vor.

 

Abschließend können wir sagen (zumindest mal von dem was wir erlebt haben), dass Korfu für jeden etwas zu bieten hat. Ob "Las Vegas", "Kultur", "reinen Badeurlaub" oder etwas Abgeschiedenheit in den Bergen der Insel genießen. Es liegt an jedem selbst wie er seinen Urlaub hier gestaltet. Wir haben in den drei Tagen von allem ein bisschen erlebt und fahren mit bleibenden Erinnerungen zu unserem nächsten Highlight: die "Meteor-Klöster".

09.06.2014

 

Wir fangen jetzt den Tag mal von ganz hinten an. Da kommen wir in unser kleines Hotel „Pyrgos Adrachti“ in Kalampaka an. Ein Blick wie im Bilderbuch, da es direkt am Fuße der Meteor-Felsen liegt. Man könnte auch in Nepal sein, so zumindest der Eindruck. Hier sind wir am Ar.. der Welt. Keine Kirchenglocke,  Moschee oder Disco zu sehen. Welch eine harmonische Ruhe! Wir bekommen unseren Zimmerschlüssel und fallen beim Öffnen der Tür aus allen Wolken. Ein Blick vom Balkon direkt auf die Felsen, welche die davor stehenden Bäume zu Zwergen werden lassen. Plötzlich ertönt auf dem Balkon nebenan eine „Balalaika“ mit buddhistischen Klängen. Das  darf doch wohl nicht war sein. Da sitzt ein (zumindest dem Aussehen nach) Hippie und lässt sich mit seiner Klampfe von den Felsen inspirieren. Ob  er gekifft hat wissen wir nicht, kann man auch nicht riechen. Dennoch glauben wir dass er auf dem Weg der Selbstfindung ist. 10 Minuten geben wir ihm noch, dann bekommt er den Weg gezeigt!

 

Eigentlich fing der Tag schon hektisch an. Wir hatten aus Versehen den Wecker eine Stunde zu spät auf 7.30 Uhr gestellt. Da um 9.00 Uhr die Fähre ablegt, heißt es rein in die Klamotten, Rechnung bezahlen und ohne Frühstück Richtung Hafen. Wir sind jetzt schon verschwitzt, da es bereits 20 Grad sind und kein Lüftchen geht. Selbst auf der Fähre geht keine kühle Brise! Soll der Kapitän mal ein paar Knoten zulegen. Im Hafen angekommen besorgen wir uns noch schnell den Fahrplan für die Fähre nach Bari. Diese legt täglich um 0.30 Uhr ab und ist am nächsten Morgen um 9.30 Uhr in Italien. Blöde Nachtfahrt.

 

Nun Helm auf und Richtung Kalampaka. Wir beschließen von den insgesamt 166 km die ersten 98 km auf der Autobahn zu fahren, so sind wir früh genug um noch ein Kloster zu besichtigen. Natürlich gibt es nichts langweiligeres als Autobahn zu fahren, heute sollte es jedoch anders sein. Tempomat bei 100 km eingestellt und relaxed die Gegend anschauen. So der Plan! Plötzlich zucken wir zusammen, da fünf Motorräder an uns vorbei geschossen kommen als wäre die Polizei hinter ihnen her. Da ist aber keine. Was soll es, ein paar Bekloppte halt! Keine fünf Minuten später kommen die nächsten Tiefflieger. Geschwindigkeitsbegrenzung interessiert nicht, obwohl in regelmäßigen kurzen Abständen von hinter geblitzt wird. Ich will meine „Fire-Blade“, aber sofort! Bei den ersten Piloten dachten wir noch wir hätten falsch gesehen aber die Bestätigung sollte folgen, da noch hunderte der Tiefflieger an uns vorbeischießen. Entweder hatten die das Kennzeichen abgeschraubt oder mit schwarzem Isolierband abgeklebt. Nicht alle, aber 95%!

 

An einer Maut-Stelle fragten wir dann einen Griechen, wo sie alle hinwollen. Kurze, knappe Antwort: Thessaloniki, Biker-Treff! Weiter geht`s, einer nach dem Anderen knallt an uns vorbei und wir überlegen, nein beschließen auch dort hinzufahren. Bei der nächsten Maut-Stelle kommt ein Grieche auf uns zu: Wo wollt ihr denn hin? Wir erzählen von unserer Tour und dem spontanen Entschluss nach Thessaloniki zum Biker-Treff zu fahren. Da lacht der Kerl sich weg. Ne, ne kommt über seine Lippen.

Das Biker-Treffen war an diesem Wochenende in Igoumenitas und der Motorradfahrer wollte bestimmt nach Hause. Wären wir hinter dem hergefahren, hätten wir mit drei Motorrädern in Thessaloniki vor einem Hochhaus gestanden und uns gewundert wo die Anderen bleiben. Wären ja auch nur 380 km Umweg gewesen.

 

Also zurück nach Plan „A“ und nach 98 km runter von der Autobahn. Da wir uns in den Bergen auf 1075 Meter Höhe befinden wird es etwas kühler und wie soll es auch anders sein: es fängt an zu regnen. Schnell einen Zwischenstopp in einer kleinen Taverne eingelegt und ein paar Suvlaki verdrückt. Gut gesättigt nehmen wir bei Sonnenschein die letzen 35 km in Angriff. Und da tauchen sie auch schon aus dem Nichts auf! Vor einem tief dunkelblauem Himmel, welcher den Göttern des Donners und Blitzes gleich ungezügelten Lauf lässt, stehen sie majestätisch vor uns. Die Meteor -Felsen.

 

Spektakulär, großartig, überragend, unvergleichlich, phänomenal, formidabel, sondergleichen, sagenhaft, astrein (Lothar`s Favorit). Eins noch von uns: berauschend.

 

Schnell ein paar Foto`s machen bevor die Götter zuschlagen und wir auf den besagten Hippie treffen.

 

Kalambaka liegt in der Region Thessalien was für die meisten Touristen, wie auch von uns, nur zur Durchreise genutzt wird. Das liegt in unserem Fall daran,  dass diese Region sehr eben ist und vom Gebirge eingeschlossen. Und wir wollen auf jeden Fall ins Gebirge. Die Meteor-Felsen sind ein "Muss" bei jeder Griechenlandreise. und so verwundert es nicht, dass wir die Zahl von einer Million Besucher pro Jahr genannt bekommen. Da brauchst du dir als Besitzer eines Restaurantes nicht unbedingt Sorgen machen. Die bizarren Formen der Meteor-Felsen (meteoros bedeutet: "in der Schwebe", "auf schwindelnder Höhe") auf denen die Klöster stehen sind durch Wassermassen die vor vielen Millionen Jahren durch die Ebene strömten geformt worden. Wir haben einen Tipp von dem Kellner bekommen, wie man mit den Motorrädern auf das Hauptplateu der Felsen kommt. Die Spannung steigt!

10.06.2014

 

Wir müssen durch das Tal von Thessalien fahren. 45 km keine Steigung und keine Kurve, sei denn man rechnet die vom Kreisverkehr mit. Echt öde, aber wir befinden uns hier anscheinend in der Kornkammer Griechenlands. Felder so weit das Auge reicht.

 

Es ist zwar nicht der einzige Weg nach Volos, aber wir haben eine Wette am Laufen und so müssen wir tatsächlich bei 34 Grad uns dieser Langeweile aussetzten.

 

„Michail“ der Inhaber vom Restaurant „Rhodos“ in Olpe hat in „ Oichalia   „ Verwandtschaft welche ebenfalls ein Kaffee betreiben. An einem gemütlichen Abend in seinem Restaurant kamen wir auf unsere Reise zu sprechen und eben auf diese Verwandtschaft! Michail natürlich pfiffig und wettet, wohlwissend das dieser Ort in der Pampa liegt, um eine Flasche Wein, eine Flasche Ouzo und zwei Abendessen, dass wir dort nicht vorbeifahren. Er hätte vorher mal mit Lothar Abel sprechen sollen. Wie lautet seine Devise: Wette niemals mit Lange`s!

 

Endlich in Oichalia angekommen fahren wir durch die Ortsmitte, welche gespickt mit Bars und Cafes ist. Wie sollen wir den hier jemals finden, zumal er sich mit Nachnamen „Chalos“ schreibt. Das ist wie „Übach“ in Freudenberg, oder „Middel“  in Olpe. 

 

Wir eine Wette verlieren? Absolutes „no go“! Ein älterer Herr kommt auf uns zu und wir nutzen die Gelegenheit über ihn das ganze Dorf zu mobilisieren. Auch eine Schnecke kommt an das Ziel! Fast eine Stunde später hatten wir Klarheit. Es war 12.05 Uhr und so riefen wir direkt Michail an. Kein Problem, da er über Mittag das Restaurant geöffnet hat. Er begrüßte mich und dachte wir wollten einen Tisch bestellen. Weit gefehlt! Wir gaben seinem „Schwippschwager“ das Telefon und dieser hat uns hinterher auf die gewonnene Wette eine Flasche selbst gebrannten Weinschnaps mit 40 Umdrehungen geschenkt!

Weiter geht es Richtung Volos, um kurz vor der Stadt ins Gebirge abzubiegen. Wir drehen bei angenehmen 25 Grad eine komplette 95 km lange Runde um diese Halbinsel. Kurven ohne Ende und immer wieder einen fantastischen Blick auf eine Bucht, Felsformationen, oder nur das blaue Meer. Hinter einer Linkskurve steht springend ein Pärchen und hält uns die Daumen hoch. So etwas besonderes sind wir doch nun auch nicht! In „Kala Nero“ finden wir ein wirklich schnuckeliges Hotel direkt am Strand. So sitzen wir noch in der Motorradbekleidung auf der Terasse am Meer und trinken unser „Manöver-Bier“! 4000 km ohne Unfall oder Probleme, noch ein Bier. Plötzlich kommt das „springende“ Pärchen auf uns zu und wir sind schnell im Gespräch. Selber auch Motorradfahrer, daher auch die Euphorie, waren sie unter anderem schon in Norwegen, Schweden, Finland, Russland, Kroatien ....., und ganz nebenbei noch die Route 66, am Panamakanal entlang, quer durch Peru und Brasilien gefahren. Wir konnten uns auf unsere Getränke konzentrieren und lauschten bis 0.30 Uhr den Erzählungen.

 

Es war ein wirklich schöner Abend und gut nicht zu wissen, was am nächsten Morgen auf uns zukommt.

11.06.2014

 

Heute ist REIHERN und nicht RIJDEN angesagt!

 

Myra hat die ganze Nacht gebrochen und bei mir ging es gegen acht Uhr los. Das WC haben wir zu Boxen-Gasse gekürt, da wir einen stetigen schnellen Wechsel vornehmen. Gut dass wir im Hotel und nicht auf dem Campingplatz sind. Jetzt liegen wir hier total entleert und hoffen, dass die Magenkrämpfe bald nachlassen.

 

Typischer Kardinalfehler: Wir haben gestern jeder drei Glas Wasser, mit Eis gekühlt, getrunken. Da es kostenlos war, mit Sicherheit Kraneberger! Keine Rechnung, aber die Quittung bekommen! Vielleicht war ja auch das Essen, welches wir bei einem Stop zu uns genommen haben, nicht in Ordnung. Keine Ahnung!

 

13.20 Uhr und wir liegen immer noch hier, die Stop`s in der Boxen-Gasse haben zwar abgenommen, dennoch wollen wir mit den Magenkrämpfen auf dem Zimmer bleiben. Schade, Badetag "Ade"! Wir wollen hoffen dass wir morgen weiter reisen können.

 

16.43 Uhr keine Chance, beide plagen wir uns noch mit Magenkrämpfen und trauen uns weder was zu essen noch zu trinken. So wie es aussieht werden wir eine Nacht hier verlängern, da es unverantwortlich wäre so schlapp Motorrad zu fahren.

12.06.2014

 

Mein Gott! Heute Nacht haben wir einen Krieg gegen uns selbst und den unzähligen Mücken geführt. Beides haben wir verloren. Immer noch Magenkrämpfe, Durchfall und zusätzlich 1000 Mückenstiche. Wir lassen uns gerade Tee, Zwieback und Toast auf das Zimmer bringen. 

 

Da hat man einen wunderbaren Strand vor der Tür und kommt nicht aus dem Zimmer raus. Toll !!!

 

Egal, wir müssen sehen, dass wir wieder fit werden um Morgen weiter zu fahren. Da wir von Suvlaki mit öligen Pommes die Nase voll haben, werden wir ins Pasta-Land reisen.  Wie bereits geschrieben legt die Fähre täglich um 0.30 Uhr ab, so haben wir genügend Zeit uns die Strecke von 400 km entsprechend einzuteilen. Notfalls fahren wir den direkten Weg von 300 km über die Autobahn!

 

Shit happens!!

 

17.33 Uhr! Es hat den Anschein, dass sich unsere Körper wieder auf normale Verhaltensweisen umstellen. Wir sitzen gerade draußen in der Hotelbar. zwar mit Wasser und Zwieback, aber immerhin draußen. Heute Abend gehen wir in ein italienisches Restaurant, da wir einfach nur ein bischen Pasta mit Ölivenöl essen wollen. Sollte die Pasta den gewohnten Lauf durch unseren Astralkörper nehmen, werden wir morgen auf jeden Fall weiterziehen.

 

Eigentlich wollen wir ja länger in Griechenland bleiben, aber es wird uns zum Motorrad Fahren einfach zu warm. 32 Grad aufwärts und das im Kobmi, nein Danke!

 

Aber es stimmt uns nicht traurig, da wir schon zusätzliche Ziele in Italien eingeplant haben. 

15 Kalampaka - Goritsa 250 km.gpx
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13.06.2014

 

So, es geht definitiv weiter auch wenn wir noch nicht so 100 % auf dem Damm sind. Jetzt haben wir fast drei Tage im Bett gelegen und das ist auch immer so eine Sache. Zuhause haben wir Matratzen die auf uns abgestimmt sind. Da können wir zehn Tage im Bett liegen bleiben und immer noch gerade wie ein Homo sapiens  aufstehen. Momentan fühlen wir uns eher wie ein Primat. Nun mit Schwung aus der Kiste, Kreislauf hochfahren, Frühstücken (so weit es geht) und jalla! 

 

Unsere heutige Fahrt führt uns unter anderem über den Katara-Pass welcher bei Metsovo liegt. Er ist mit 1690 Metern der höchst zu befahrende Pass Griechenlands und weist wenig Verkehr auf, da die meisten Verkehrsteilnehmer die ziemlich neu gebaute E90 nutzen. 

 

Heute Abend werden wir dann sehen welche Fähre wir nehmen. Eventuell fahren wir nicht nach Bari sondern nach Brindisi. Brindis liegt ca. 112 km südlich von Bari und wir würden so morgen ca. 410 km entlang der Küste Apulliens fahren, welche durch weiße Sandstrände und felsige Buchten gekennzeichnet ist.

 

Vieste wird dann unser Tagesziel sein. Übrigens wunderschön anzusehen, da Erosionen die Kalksteine der Küste stark umformt haben. So sind heute an verschiedenen Orten merkwürdig geformte Felsen, Grotten und Bögen zu sehnen.

 

Richtig zufrieden sind wir nach dem Aufstehen mit unserer körperlichen Verfassung noch nicht. Wir packen in dem klimatisierten Zimmer, die Temperatur haben wir auf 23 Grad eingestellt, unsere Koffer um dann nach dem Frühstück in Ruhe unsere Etappe in Angriff nehmen zu können. Schon jetzt ist es recht warm und nach dem Packen der Motorräder können wir uns nochmals unter die Dusche stellen um nicht von vornherein verschwitzt zu starten. Sind die Schweißausbrüche noch Nachwehen der letzten drei Tage ?? 

 

Myra möchte die ersten Kilometer nach Möglichkeit keine kurvenreichen Strecken fahren, und so nehmen wir uns als heutiges Highlight nur den Katara-Pass vor. 

 

Paula, sie ist die Hauptangestellte in dem „Minelska Resort“ hat sich wirklich rührend in den drei Tagen um uns gekümmert und so können wir ihr auch keine Bitte abschlagen. Als erstes muss ich mit Ihr eine Runde Motorrad um den „Block“ fahren. Selbstverständlich, wie es hier üblich ist, ohne Helm und dann winkend und laut lachend, sodass Paula auch von ihren Bekannten gesehen wird.

 

Zugesagt und umgesetzt widmen wir uns jetzt ihrem zweiten Wunsch, der recht interessant ist. Wir sollen für Sie einen Aushang in deutsch übersetzen, welcher laut Gesetzgebung der griechischen Regierung in vier Sprachen im Eingangsbereich eines jeden Hotels, Gasthof, Wirtschaft ... zu hängen hat:

 

  • ohne Vorlage einer Quittung/Rechnung muss der Gast nicht bezahlen!
  • Im Eingangsbereich liegen Beschwerdebögen, welche bei Bedarf ausgefüllt und abgegeben werden können.

 

Die Krise lässt grüßen!

 

Alle Lüftungen an Jacke und Hose geöffnet, ziehen wir des Weges. 20 km gefahren quälen wir uns nun durch die Stadt „Volos“! Der Schweiß nimmt ungebremst seinen Lauf, um unsere Stiefel zu füllen. Wenn bei strahlend blauem Himmel Leute mit  geöffnetem Regenschirm über die Straße laufen und sich die mit „Power-Strip“ am Motorrad befestigte Kamera-Halterung löst, kann man das durchaus als warm bezeichnen.

 

Zwei Stunden später befinden wir uns bereits auf 834 Meter Höhe und sehen das Hinweisschild zum Katara-Pass. Schnell anhalten, ein Foto schießen um dann mit Vorfreude rechts abzubiegen. Juchuuuu jetzt kommt richtiger Fahrspass auf.

1., 2., 3. Gang - Vollbremsung und zwei dumme Gesichter!!! Der Pass ist nur einseitig befahrbar, was nirgends nachzulesen ist!! Die einzige Alternative: Karten für eine vierspurige Achterbahn mit „Höhlenbesichtigung“ ziehen. 8 Tunnel mit einer Länge zwischen 3 bis 5,5 km Länge lassen bei Myra Freude aufkommen und anstatt über -, fahren wir durch den Berg!

 

Egal, jetzt ziehen wir durch bis Igoumenitsa, buchen die Fähre und legen uns dann den restlichen Tag an den Drepano-Beach! Es ist ein fast 2 km langer Sandstrand, welcher sich wie eine Landzunge ins Meer zieht. Eine einzige schmale Straße, welche zum Sehen und Gesehen werden genutzt wird, führt an dem Strand entlang.

 

Gegen Abend sitzen wir in einer Bar am Hafen von Igoumenitsa und gucken uns das Fußballspiel Spanien - Niederlande (1:5) an. Und spätestens jetzt wird den meisten Anwesenden hier klar, das Myra an Ihrer Kuh eigentlich ein gelbes Kennzeichen haben müsste. 

 

Es ist 01.45 Uhr und wir sitzen nach einem, sagen wir mal, nicht schlechten Tag auf der Fähre nach Bari. Brendisi kommt nach genauer Recherche nicht für uns in Frage, da wir keine 112 km über eine stark befahrene Bundesstraße fahren wollen. Des weiteren gehen wir davon aus, dass morgen auf Grund des anstehenden Wochenende viel Verkehr auf den Küstenstraßen zu erwarten ist. Zwar fahren wir so nur ca. 190 km an der Küste Apuliens bis nach Vieste entlang, können uns diese aber in aller Ruhe mit einem Stop zum Baden einteilen.

 

Der Schlafsaal !!

 

Gedacht, um wie das Wort schon sagt in den reservierten „Schlafsesseln“ einigermaßen erholt am Morgen aufzuwachen. Gegen 03.10 Uhr betreten wir diesen um auf unsere bereits belegten Plätze zu gehen. Selbst nach freundlicher Aufforderung und Vorlage der Buchungsbelege unsererseits verharren die Personen in den Sitzen. Da hilft nur noch das Personal; und auch die benötigen fünf Minuten bis die Plätze geräumt werden und alle anderen wieder versuchen einzuschlafen. 50 Personen in einem Schlafraum, keine Lüftung und Fenster zu!!! Wir wollen nicht näher drauf eingehen, aber es waren keine Tränen der Müdigkeit! An Ruhe gar nicht zu denken, in regelmäßigen Abständen knallt die Tür, da die „Blasenschwachen“ durch die Nacht irren. Schnarchen, Püpschen und ab und zu ein Bäuerchen, alles ganz normal. Myra ist mehr oder weniger am schlafen und ich ziehe es vor Bilder vom Sonnenaufgang einzufangen.

 

Nun sitzen wir über unserem günstigen Frühstück und planen die Fahrt nach Vieste!

 

  • Tasse Kaffe, 2 Spiegeleier mit Speck, 1 Brötchen = € 9,80
  • Tasse Kaffe, 1 Orangensaft, 1 gekochtes Ei, 1 Croissant, = € 10,50
16 Kala Nera - Igoumenitsa 402 km.gpx
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14.06.2014

 

No risk, no fun - ohne Knete keine Fete - kein Internet, keine Berichte. Aber hier sind wir wieder!

 

Um 10.15 fahren wir von Bord der Superfast-Fähre und sind froh, dass das Wetter hält was wetter.com vorher geschrieben hat. Blauer Himmel 27,5 Grad und gute Laune welche wir freiwillig beifügen. Wir freuen uns auf die Fahrt nach Vieste, da diese entlang der Küste an schönen Städten und Buchten vorbei führt. 

 

Doch erst müssen wir tanken, da ich laut Aussage meines Cockpit´s nur noch 20 km fahren kann. Ich möchte es nicht darauf anlegen und so geht es direkt an die erstbeste Tankstelle. In diesem Fall eine Shell. € 1,84 pro Liter, mein lieber Mann, der Preis kann sich sehen lassen. Beide Kühe bis zur Unterlippe abgefüllt sind € 60,50 fällig. 40 Meter weiter hätten wir für die gleiche Kost nur € 1,72 gezahlt. Einfach so tun als hätten wir es nicht gesehen und das elektronische Gas ein bisschen herausfordern. 

 

Wir sind bereits ca. 90 km in nördlicher Richtung an der Küste unterwegs, als vom Landesinneren (logischerweise aus Westen) mal wieder Wolken auffallen die nichts Gutes versprechen. Schlimmer, die sehen richtig böse aus! Wir hören es bereits im Hintergrund der täglichen Geräuschkulisse (Knacken beim Schalten im Getriebe, Hupkonzerte ...) ordentlich donnern und die Windböen werden immer stärker. 

 

Instinktiv fahren wir von der Schnellstraße herunter um über eine schätzungsweise 3 km langen, an der Schnur gezogenen Straße nach "Margherita di Savoia" vor dem Unwetter zu flüchten. Ein Rennen gegen das Wetter beginnt und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wetterfront welche von links auf uns zukommt, droht die ganze Straße und die vor uns liegende Stadt schonungslos vernichten zu wollen. Der Wind der ihr vorausgeht wirbelt den Staub der Straße und der umliegenden Felder derart auf, dass die Stadt vor unseren Augen zu verschwinden droht. Ich fordere Myra über Funk auf unbedingt die Hübe in den Eutern der Kuh zu erhöhen um irgendwo unter zu kommen. Bei leicht eingesetztem Regen schaffen wir es noch in die Tiefgarage des Hotels „Le Grand Therme, einzufahren. Wir dürfen hier kostenlos stehen bis das Unwetter über uns hinweg gezogen ist. Ein Stunde, zwei Stunden, wir fangen an zu zweifeln ob wir heute überhaupt noch weiter fahren können. Fast drei Stunden später fassen wir bei, unserer Meinung nach, stabilem Wetter den Entschluss die letzten 80 km bis nach Vieste noch abzuspulen. Eine fatale Entscheidung wie sich zeigen wird.

 

Wir können nicht beurteilen welche meteorologischen Verhältnisse hier herrschen. Dennoch kam in uns ein bisschen Angst hoch als über der Halbinsel, auf welcher Vieste liegt und auch wir uns mittlerweile befinden, die Wetterfront dreht und aus einer ganz anderen Richtung auf uns zukommt. Fünf Minuten später sind wir, unglaublich aber wahr, nass bis auf die „Unterbotze“! Das Wasser fließt schlagartig in Strömen über die Straße und es blitzt und donnert aus allen Richtungen. Wir schlagen drei Kreuze als wir in einem vollbesetzten Bistro in „Mattinata“ Unterschlupf finden. Irgendwie ziehen wir die Leute, meistens ältere Herren wie Magnete an. Wir merken, es wird über uns diskutiert, geguckt und ein paar kommen auf uns zu um sich zu unterhalten.

 

Was machen wir nun? Einerseits habe wir ein Hotel in Vieste gebucht, andererseits ist es Wahnsinn bei diesem Wetter noch eine kurvenreiche Strecke von fast 40 km zu fahren. Zumal dazwischen keine Ortschaft mehr kommt. Als uns jedoch mehrere Einheimische von der Weiterfahrt abraten, checken wir in dem gegenüberlegenden Hotel „Alba del Gargano“ ein. Der äußere Eindruck als auch der Rest des „HOTELS“ wird durch entsprechende Kommentare bei verschiedenen Internet-Foren bestätigt. Katastrophe!  

 

- etwas warmes essen: Fehlanzeige

- gezapftes Bier:          Fehlanzeige

- Fernseher ja, aber nur ein Kanal: kein Fußball

- Fußball im Foyer gucken, NEIN, ab 22.00 ist nichts mehr im Hotel besetzt!

- An der Bar steht ein Glas gefüllt mit Wasser, Spüli, und Kleingeld??

- Logische Antwort: So kann unser Trinkgeld nicht so schnell geklaut werden!!

- Unsere Jacken werden vorab vom Inhaber (??) aus dem Foyer entfernt:

  Könnten geklaut werden!

- falls wir das Hotel verlassen würden sollten wir bitte prüfen ob wirklich alles richtig

  abgeschlossen ist.

 

Als wir die Taschen aus den Motorrad-Koffern holen sagt jemand ernsthaft:

Lasst die Motorräder bloß nicht hier stehen, sonst könnt ihr morgen zu Fuß gehen!! Das ist uns auf der ganzen Reise noch nicht passiert, wo sind wir hier! 

 

Folgendes Bild, welches wir im Hotelflur geschossen haben, als auch die bisherigen Umstände lassen darauf schließen, dass hier der Heimathafen der „Black Pearl“ mit sämtlichen Piraten ist.

Für morgen wünschen wir uns eigentlich nur nochmal einen schönen, problemlosen, kurvenreichen Fahrtag!!!

 

 

Zur Abreise bereit wollen wir zahlen. Kreditkarte geht nicht! O.K.! Dann bitte ein Rechnung ausstellen. Geht nicht da Sonntag - und der Verantwortliche nicht erschienen ist. Hier werden wir gerade ganz schön verarscht!!! 

Hotel „Alba del Gargano“ in Mattinata ein absolutes NO GO !!!!!

 

Und ciao!

15.06.2014

 

Wir wollen heute lediglich die 42 km nach Vieste um uns die Küste als auch die Stadt in Ruhe anzuschauen. Viel wichtiger, wir müssen auch die Waschmaschine nochmal anschmeißen. Nach 25 km Fahrt glauben wir man hat uns nach gestern 

Nachmittag zurück gebeamt! Klatschnass kommen wir im Hotel an, die Klamotten haben wir alle über die Wanne gehangen und werden jetzt erst mal eine Flasche „Primotivo Salento“ schlürfen. Sollte es so weiter regnen werden es mit Sicherheit auch zwei!

 

Drei Stunden Mittagsschlaf und schon scheint im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne. Von unserem Balkon aus können wir auf das türkis blaue Meer mit dem weissen Sandstrand schauen und beschließen mit Myra`s Motorrad 10 km an der Küste zurück nach Mattinata zu fahren. Nicht weil wir unbedingt die kurvenreiche Strecke im Trockenen fahren -, sondern Foto`s von den Buchten und der Stadt schießen wollen. Man kann sich gar nicht an den Kalkformationen die aus dem Meer ragen satt sehen. Auch die Stadt, auf einem Kalkfels gebaut und vom Meer umspült wirkt als sei sie über alles erhaben. Wir gehen in der Altstadt nicht nur unserer Lieblingsbeschäftigung nach (ihr wisst schon: im Cafe Leute beobachten) sondern lassen auch unserer Lust auf italienisches Essen freien Lauf. Carpaccio, Pasta, Filetto di manzo, vino rosso de la casa, echt lecker. Mit welcher Ruhe und Gelassenheit die Italiener ihren Alltag meistern ist teilweise schon wirklich beneidenswert. Hier ist von der Hektik, wie bei uns in Deutschland gang und gäbe, nichts zu spüren. Eine Lebensart an welche wir uns durchaus gewöhnen könnten. Ob mit oder ohne Motorrad, der Regen bleibt uns treu! Was soll es, werden wir halt wieder nass, reine Gewohnheitssache!

16.06.2014

 

Die Wetterbericht haben wir auf allen uns zur Verfügung stehenden Internet-Seiten hoch- und runtergelesen! So wie es aussieht herrscht ein und dieselbe Meinung: Regen, schwere Gewitter, Sturmböen und das bis herüber nach Neapel! Unser Frühstück können wir gerade noch im Trockenen genießen, da fängt es schon an zu donnern. Langsam aber sicher nervt das Wetter und wir haben auch keinen Bock mehr gewaschen zu werden. Hier im Hotel können wir, nein wollen wir, auf jeden Fall nicht bleiben. Warum?  Die Internet-Verbindung bricht am laufenden Meter ab und wir können obwohl uns dies zugesagt wurde, kein Fußball sehen. HEUTE SPIELT DEUTSCHLAND!!  In „Peschici“, ein kleiner schöner Ort ebenfalls an der Küste gelegen, finden wir nach 23 km Regenfahrt ein Hotel welches unsere Wünsche nachweislich umsetzen kann. Wir stehen kurz davor das Zimmer zu buchen, als der Himmel aufhellt, ja sogar die Sonne durch lässt und weit und breit keine Regen- oder Gewitterwolken mehr zu sehen sind. Und was nun bitte schön??  Hier bleiben oder auf Risiko setzen und weiter Richtung Amalfi fahren??  Wir entscheiden uns für das Risiko auf schnellem Wege, sprich Autobahn. An der A14 angekommen, stehen wir mit den Motorrädern nebeneinander am Telepass und ziehen das erste Ticket. Myra fährt durch die geöffnete Schranke, welche nicht mehr schließt da ich noch in der Lichtschranke stehe! Ein neues Ticket für mich wird somit vom Automaten auch nicht mehr ausgespuckt. Zurück kann ich nicht, da schon die Stoßstange des „Hintermann“ mein Nummernschild kitzelt. Also ohne „Pass“ auf die Bahn! Dieser nicht korrekte Zustand beschäftigt uns die ganze Zeit. Kostet das beim Verlassen der Bahn richtig Strafe, sollen wir trotzdem weiter fahren? Wir entscheiden uns dazu, die nächste Abfahrt zu nutzen um an dem besetzten „Telepass“ das Missgeschick zu klären. Alles in Ordnung und wir können gelassen nach „Vico Equense“ fahren. Die komplette Fahrt führt uns durch die Region „Campania“, über Foggia, Candela, Grottaminarda, entlang des „Parco Nationale del Partenio“ an unser Zielort. Eine traumhafte Gegend, welche sich hinter der Toscana nicht verstecken muss. Hügelketten mit riesigen Feldern und kleinen Dörfchen die jeweils am höchsten Punkt über ihr Land thronen. 200 km haben wir es geschafft den Regen zu umfahren, als der sich mit Ankündigung inkl. Hagel auf uns niederschlägt. Zum Glück sind es nur 2,4 km bis zur Raststätte auf welcher wir uns unterstellen können. It`s raining cats and dogs, und vor uns zur Auffahrt auf die Raststätte, meint so ein Arschloch vom Straßendienst, die Straße blockieren - und uns mit 20 km/H ausbremsen zu müssen. Den bringen wir an der Tankstelle um! Leider bekommen wir die Gelegenheit nicht, da dieses A... mit unverminderten 20 km/H weiter fährt um dann auf einmal Richtung Autobahn zu beschleunigen!

Wir bleiben hier eine halbe Stunde stehen, trinken einen leckeren Kaffee, welcher wie überall in Italien, nur € 0,50 kostet. Als wir nur noch 35 km zu fahren haben kommt Freude in uns auf, zwar durchnässt, aber noch 1,5 Stunden Zeit bis Deutschland - Portugal übertragen wird. Alles Gut! Oder auch nicht?

 

Der Verkehr auf der Bahn staut sich, VOLLSPERRUNG! Es regnet ja auch nur wie aus Eimern, aber mittlerweile ist uns das egal. Da wir nicht zwischen den Auto`s und LKW`s herkommen, entscheiden wir uns für die Standspur und fahren fast vier Kilometer bis an die vorderste Front. P.s. Fussballspiel gucken wird für uns nicht`s!

 

Dort steht die Polizei und hat den Verkehr abgeriegelt. Es war kein Unfall, sondern ein ganz gewaltiges Unwetter welches hier getobt hat und dessen Ausläufer wir an der Raststätte noch abbekommen hatten. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt hier gewesen wären? Wir wollen gar nicht darüber nachdenken. Mit schwerem Gerät werden Bäume von der Autobahn geschoben und links und rechts der Bahn zeichnet sich eine Schneise der Verwüstung. Als es weiter geht, müssen wir ca. fünf Kilometer hinter dem „pace car“ der Polizei herfahren, da noch überall Bäume liegen. Von der Bahn abgefahren, fahren wir längere Streckenabschnitte im Schritttempo und im Stehen, da vor lauter Wasser teilweise der Straßenbelag nicht mehr zu sehen ist. Das Unwetter treibt noch seine Spielchen, da sitzen wir schon ausgehungert und ein bisschen erschöpft im Restaurant des Hotel`s!

 

Morgen soll es aber wirklich besser werden und wir haben den ganzen Tag Zeit für diese Halbinsel. Anhand der paar Eindrücke die wir schon gewonnen haben, bestätigt sich unser Aussage welche wir vor Antritt der Reise getroffen haben: Die Amalfiküste wird ein Highlight. Es ist Foto-Marathon angesagt.

17.06.2014

 

Hurra, die Sonne scheint und es ist trocken! 

 

Alle Akkus nochmals kontrollieren, Linse der Kamera und Visiere der Sturzhelme reinigen und dann kann es eigentlich los gehen. Auf Grund der Verkehrsdichte und der Tatsache, dass wir an den unmöglichsten Stellen anhalten werden um ein Foto zu schießen, werden wir nur mit einem Motorrad fahren. Ich fahre und Myra ist für die Bilder verantwortlich. 

Eins kann ich schon vorab sagen. Wenn du hier Motorrad fährst, vor allem in den großen Städten die wie ein Hexenkessel sind, werfe alles Gelernte über den Straßenverkehr über Bord. Egal ob Verkehrsregeln, Blinker setzen, Überholmanöver einsetzen oder einfach der Respekt den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber! Vernunft abschalten! Rechts vor links, was ist das denn? Kreisverkehr, wer sagt dass man da nicht links einfahren kann. Überholen, solange Du willst, hier muss der Gegenverkehr ausweichen! Nervt dich einer, stell dich quer vor ihn und brüll irgend etwas! Und wenn gar nichts mehr geht, warum nicht mal ein paar Meter Bürgersteig benutzen? Ich habe meinen Fahrstil angepasst, was mir nun wirklich nicht schwer gefallen ist, und was soll ich sagen. Ich habe Spass ohne Ende und Myra bekommt hinten  ein „Hitzchen“! Wir waren eigentlich der Meinung, dass nur in Albanien und Griechenland die gleiche praktische Prüfung zum Erlangen des Führerschein bestanden werden muss. Hier ist sie 100%-ig nicht anders:

 

Fahre die Gerade von einem Kreisverkehr zum Anderen. Gehe nicht über Los, ziehe keine € 4.000,00 ein und komm unfallfrei an!

 

Dennoch ist es unvorstellbar was hier an Fahrzeugen auf den Straßen bewegt wird. Der Hotel-Kellner erzählte uns, das er fünf Kilometer entfernt in Gargano wohnt und mit dem Roller eine halbe Stunde benötigt. Mit dem Auto anderthalb Stunden!!!!!! 

Und das ist jeden Tag so, einfach irre!

 

Wir fahren die Halbinsel an der Küste entlang gegen den Uhrzeigersinn, da wir beobachtet haben, dass die meisten Busse anders herum fahren. Und so war es auch, obwohl wir es nicht verstehen können, da wir so logischerweise immer auf  der Küstenseite gefahren sind.  Es geht über Sorrento nach Positano, dem wohl bemerkenswertesten Städtchen an der Küste. Das ganze Dorf liegt U-förmig in einer Bucht und wirklich jeder Felsvorsprung und jede Klippe wurde bewohnbar gemacht. Man sagt ja schon mal „hier möchte ich nicht beerdigt sein“! Dieser Friedhof hier liegt auf einem Felsvorsprung und alle Gräber sind zum Meer ausgerichtet. Alles Einheimische, die über den Tot hinaus in einmaliger Lage „wohnen“. Es folgt ein toller Ausblick nach dem Anderen bis wir dann Amalfi erreichen, und eigentlich einen Kaffee trinken wollen. Doch dies Stadt, obwohl Positano um ein vielfaches schöner, ist total überlaufen. So fahren wir ins nächste Städtchen und genießen dort unseren Kaffee und eine Kleinigkeit zum Essen. Anschließend verlassen wir die Küste um über das Bergland wieder auf die andere Seite der Halbinsel zu gelangen. Ein gelungener Ausflug mit unheimlich vielen gewonnenen Eindrücken und der Erkenntnis, dass wir dennoch nie hier wohnen wollten. Auf der Terrasse des Hotel`s wartet man schon mit kühlem Bier auf uns und wir wollen keinen enttäuschen.

 

Einen schönen Abend noch!

18.06.2014

 

Dreimal dürft ihr raten, wie das Wetter wird!!!!! Wir stehen kurz vorm Explodieren!!

 

Es gibt Leute die finden „Insel-Hopping“ spannend und abwechslungsreich! Wie langweilig ist das denn. Wir haben uns für „Gewitter-Hopping“ mit Blitze fangen entschieden! Da ist was los! Wenn das was wir bereits seit 4 Tagen erleben sich nicht unmittelbar, und damit meinen wir ab morgen ändert, dann sitzen die „di Langis“ im Zug und führen die Kühe über Schienen nach Hause! 

 

Wenn es mal regnet, was soll`s, aber hier das ist eine Katastrophe! Wir sind eine halbe Stunde unterwegs und ziehen gerade das Ticket für die Autostrada als ein Gewitter mit Platzregen anfängt, welches sogar einen LKW- und Autofahrer dazu bringt sich unter einer Unterführung in Sicherheit zu bringen. Hier verbringen wir 45 Minuten bis wir weiter fahren. Die Stimmung ist auf den Tiefpunkt angelangt und wir überlegen tatsächlich 540 km über die Autobahn bis nach Bolgheri zu fahren. In den Abruzzen soll angeblich auch fürchterliches Wetter sein.

 

Es kann aber doch nicht sein, dass das Wetter unsere ganze Italien-Route vermasselt! Nach 78 km Fahrt auf der Autobahn, wir sind in der Nähe von ........, hat es bei einem Blick nach rechts zu den Abruzzen den Anschein, als könnten wir eine Versuch in diese Richtung wagen. Wir haben als Tour-Titel das Wort Abenteuer ausgesucht, also verlassen wir trotz der ganzen Ratschläge die Autobahn und suchen die kurvenreiche Strecke Richtung L´Aquila auf. Wie war das? „Gewitter-Hopping“! Gesagt, getan dauert es gerade mal eine halbe Stunde bis wir in einem kleinen Albergho Unterschlupf suchen. Die Besitzer-Familie ist gerade am Essen und fragt ob wir nicht auch etwas möchten. Hausgemachte Gemüse-Suppe „a la Mama“, ein Gedicht! Der "Sohnemann" geschätzte 45 Jahre alt hat nichts besseres zu tun als während dem Essen Myra immer zuzuzwinkern. Der hat gleich einen Grund Gemüsesuppe zu essen. Wie immer möchten alle wissen wo wir herkommen und was wir vorhaben. In diesem Fall haben sich sogar alle unsere Internetseite angeschaut. Echt nett!

 

Oh, es zeichnet sich in unserer Richtung eine Lichtblick am Himmel ab, also weiter. Die Wolken hängen zwar immer noch sehr tief  dennoch lässt sich erahnen in welcher fantastischen Landschaft wir uns bewegen. Hier lohnt es sich auch mal so 14 Tage Urlaub zu verbringen. Egal ob wandern, Rad fahren, schwimmen, oder halt Motorrad fahren, hier wird jeder begeistert sein.

 

Zwölf Kilometer vor L´Aquila werden wir nochmals richtig gewaschen, aber egal wir wollten es ja so, sonst hätten wir ja „Insel-Hopping“ gebucht!

 

L´Aquila ist 2009 ganz groß unter traurigen Umständen in den Nachrichten gewesen. Wir können uns sofort daran erinnern, als wir an einem Bauzaun mehrere T-Shirts und Todesanzeigen von Studenten sehen. Hier war am 06.April 2009 nur fünf Kilometer südwestlich des Stadtzentrums das Hypozentrum eines Erdbebens mit der Stärke von 6,3 Mw! Das entspricht einem Wert von Ml 5,8 auf der Richterskala! Die Folgen sind heute noch zu sehen und man kann folgendes darüber lesen:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_L’Aquila_2009

Man achte auf den Fahrmodus welchen wir seit 4 Tagen nutzen!!