R1200GS-on-Tour
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19. - 20.05.2018

So, endlich geht es los! Zwar wieder mal mit 13.30 Uhr verspätet, aber dafür mit klarem Kopf :-) Wir waren gestern (bis heute Morgen) bei unserer Arbeitskollegin „Stephie“ (genannt Roswita, warum auch immer) und ihrem jetzigen Mann „Sascha“ auf der Hochzeit. Und wie das so ist, haben wir alle Vorsätze rechtzeitig nach Hause zu fahren, bereits nach 10 Minuten vergessen. Was für eine Party!! Was für eine Birne :-) ! Aber wenn man in das Wohnmobil steigt hat man sowieso alles um sich herum vergessen und geht in den „Relax-Modus“ über! Was für ein Widerspruch in mir. Morgens wenn ich zur Arbeit fahre zünde ich 620 Ps unter mir, mit einem Sound aus den göttlichen Titan-Töpfen welche unseren Nachbarn jedes mal strack im Bett sitzen lassen. Ist auch gut so, sonst würde er regelmäßig verschlafen. Bereits auf der Autobahnauffahrt ist mein Puls auf 180, obwohl gerade mal 2500 U/min. anliegen. Diese notorischen Linksfahrer, Penner die mit dem Handy spielen, oder vor einem herausfahren ohne den Blinker zu setzten. Rauchen, Trinken, Fettleibigkeit, alles Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Bei mir kommt noch das Auto dazu :-) ABER mit dem Wohnmobil sieht das anders aus. Mit 90 km/h über die Bahn gechilled, brauchst du nicht in den Rückspiegel gucken. Die Raser mit ihren grossmotorigen Karren  hörst Du schon bevor du sie siehst. Und dann knallen die an dir vorbei und du denkst: Sei froh, dass ich mit dem Wohnmobil unterwegs bin. So trägt jeder mehrere Persönlichkeiten in sich. Zwei habe ich schon bei mit entdeckt :-)

 

Wir fahren nur bis nach Kitzingen und entdecken zufällig einen Stellplatz an der Vinothek - Franken. Passt ! Stützen runterfahren und froh sein, dass sie geschlossen hat. Sonst wäre es morgen wieder später geworden. Ein herrlicher Platz im Grünen, welcher direkt an einem Wein-Lehrpfad liegt. Somit perfekt um mit unseren zwei Hunden eine Runde zu laufen. Der Abend sollte nicht lang werden, da uns die Hochzeit noch zu schaffen machte.

 

Gut gefrühstückt geht es um 10.00 Uhr am nächsten Morgen weiter Richtung Spitzingsee. Es sind nur knapp 300 Kilometer, lang genug um fünf mal seine Meinung zu ändern. Tatsächlich gelandet sind wir in Erding an der gleichnamigen Therme. Übrigens die größte in der Welt. Mit 180.000 qm2 bietet Sie Platz für allerlei Interessantes! Allein 23 Rutschen, welche meinen Astralkörper wie im RS6 beschleunigen, sorgen für jede Menge Spass. Derzeit sitzen wir aber noch vor dem Mobil und genießen unser Manöverbier, welches im Sonnenschein (zumindest bei Myra) seine Wirkung zeigt. Sie möchte mir erklären wie ich mit den Hunden auf direktem Wege auf  einen Feldweg komme. Währe da nicht die angeborene Verwechselung zwischen links und rechts, würde das auch funktionieren. Doch so ?!

21.05.2018

 

Es ist perfektes Wetter mit blauem Himmel und somit haben wir die beste Voraussetzung die Thermen-Welt zu erkunden. Um 9.30 Uhr stehen wir vor Kasse und stellen fest, dass man hier eine Masse Geld lassen kann. Für Familien wahrlich ein teurer Spass. Wir zahlen für zwei Stunden insgesamt 44 Euro und haben noch nicht einmal das volle Paket gebucht. Doch nachdem wir uns in der Therme den ersten Überblick verschaffen konnten, können wir der Preisgestaltung doch noch etwas gutes abringen. Hier gibt es nichts was einem nicht geboten wird. Thermal-, Wellen-, Kneipbecken ....., eine riesige Aussenanlage mit Gegenstrombecken und integrierter Bar. Also auf einen der Barhocker Platz nehmen und einen alkoholfreien Cocktail bestellen. Die zwei Stunden gehen herum wie im Flug und so drücke ich schon wieder den Knopf zum Einfahren der Hubstützen am Wohnmobil. Über die Landstraße fahren wir gemütlich entlang des Schliersee hoch zum Spitzingsee, an welchem die Hölle los ist. Das wird wohl mit unserem Stellplatz direkt am See nichts geben. Alles überfüllt!

 

Doch wir sind ja Füchse und fahren direkt auf den Stellplatz in Bayrischzell. Dort schließen wir das Wohnmobil erst mal am Strom an und gehen dann mit den Hunden eine schöne Runde um den Ort wandern. Da wir ja schon mal hier waren, wissen wir auch in welches Gasthaus wir einkehren müssen um zünftig zu essen. Wieder am WoMo angelangt ruft erst mal der Mittagsschlaf (wir sind ja schon über fünfzig), um dann  gegen 20.30 Uhr die neun Kilometer wieder an den Spitzingsee zu fahren. Und siehe da, ein Platz in der ersten Reihe mit der von Myra gewünschten Aussicht. Hier bleiben wir jetzt bis Donnerstag stehen um in aller Ruhe zu wandern, Rad zu fahren, und selbstverständlich auf den Jausenstationen dem leiblichen Wohl zu frönen. 

22.05.2018

 

Bereits um 6.30 Uhr bin ich mit den Hunden draußen und drehe eine Runde um den See. Allerdings bin ich wahrlich nicht allein! Jogger, Radler und Wanderer sind ebenfalls schon unterwegs. Es soll nach Mittag Regen geben und so nutzt wohl jeder auf seine Weise die Morgenstunden. 

 

Der Spitzingsee ist mit seinen ca. 28 Hektar Fläche einer der größten Bergseen Bayerns und ein Paradies für Jung und Alt. Ob um den See, auf den Traubenstein oder in das Rotwandgebiet wandern/radeln, hier kommt jeder auf seine Kosten. Wir gehen erst einmal eine Runde von 10 Kilometern mit den Hunden, und fangen an die Ruhe in dieser faszinierenden Almenwelt zu genießen. Gut vier Stunden später (ja, wir haben eine Stunde in einer Jause verbracht) sind wir wieder am WoMo. Die Hunde sind aber soetwas von ausgelastet, dass wir kein Problem damit haben noch alleine mit den Fahrrädern auf die Traunsteinalm zu fahren. Leider müssen wir wegen einem drohenden Gewitter kurz vor der Alm den Rückweg antreten. Egal, hauptsache wir haben uns körperlich betätigt um ohne schlechtes Gewissen einige Köstlichkeiten, wie Eis und Blaubeertorte, in einer kleinen Konditorei direkt am See zu verzehren. Von uns hat nie einer behauptet dass wir abnehmen wollen!

23.05.2018

 

Heute überwinden wir nochmal unseren inneren Schweinehund und fahren mit der Gondel auf den Taubenstein. Dafür müssen wir nur die Straßenseite wechseln und schon geht es los mit dem mulmigen Gefühl. Es ist halt einfach nicht unser Ding und so verwundert es nicht, dass bis zur Bergstation Totenstille angesagt ist. Dennoch erhalten wir einen wirklich schönen Ausblick auf den Spitzingsee mit seiner reizvollen Berglandschaft. Oben angekommen wird erst der Reißverschluss der Jacken geschlossen, bevor wir die Bergstation verlassen und die ca. drei stündige Wanderung ins Tal in Angriff nehmen. Bereits nach 10 Minuten erreichen wir die erste Alm, doch zur Einkehr ist uns das zu früh. Wir entschließen uns für die zweite Alm, welche ca. eine Marschstunde entfernt liegt und, wie soll es auch anders sein, geschlossen! Dies können wir und auch weitere Wanderer nicht nachvollziehen, da sie im Tal mit „geöffnet“ gekennzeichnet war. So ein Ärger, jetzt müssen wir ja unser Bier und die Kaminwurzen verzehren. Wir sind halt immer mit Allem ausgerüstet. Gut gestärkt geht es weiter über blühende Wiesen, Nadelwälder und schmale Pfade hinab zum See. Leider regnet es und so bleibt uns nichts anders übrig als frühzeitig unseren Mittagsschlaf einzuläuten. Eine schöne Angewohnheit. Weniger schön ist die Tatsache dass es zwei Stunden später immer noch regnet. Doch uns ist das egal, wir spielen jetzt den Vorteil von dem Wohnmobil aus. Kurze Besprechung, Stützen hoch und ab geht die Post. Wir fahren noch auf den Reschenpass! Wirklich schade mit den tiefhängenden Wolken, welche uns die Sicht auf die umliegenden Berge verweigern. Tegernsee, Bad Tölz, Garmisch, nicht zu sehen! Da Myra die Strecke durch unsere letzte Reise kennt, verwundert es mich nicht, dass sie immer ruhiger wird. Wir müssen noch durch den Landecktunnel, welcher ihr mit 7,9 Kilometern definitiv zu lang ist. Es wäre aber Blödsinn diesen zu umfahren und die Verkehrssituation spricht auch nicht dagegen. Bei der Einfahrt haben wir kein anders Fahrzeug vor uns, was die Situation schon mal erleichtert und dazu beiträgt dass ich mit einem kleinen Kick auf das Gaspedal eine vertretbare Geschwindigkeitsübertretung einleite. Nun noch hoch zum Reschensee, welchen wir gegen 21.00 Uhr erreichen, auf dem Stellplatz alles einrichten, und den Abend ausklingen lassen.

24.05. - 25.05.2018

 

Wir sind schon so oft über den Reschenpass gefahren, aber noch nie haben wir oben übernachtet. In den meisten Fällen wird er halt nur genutzt um schnell nach Italien zu kommen. Wie wir in den nächsten zwei Tagen erleben werden, ein fataler Fehler! Nicht der See, sondern vielmehr die Landschaft (welche man von der Fernstraße aus so gar nicht wahrnimmt) verbirgt Reize welche einen zum Verweilen einladen. Um den See wandern oder mit den Mountain-Bikes die vielen gut beschilderten Wege abfahren. Genial!

 

Aber noch viel genialer ist der kleine Laden mit der Aufschrift "Obst-Speck-Vino", in welchem überwiegend regionale Podukte zu kaufen sind. Und wir lieben Berggäse, Tiroler-Speck, Bauernsalami, Vino-Rosso .......!  Also einen kleinen Einkauf tätigen und der Abend ist gerettet. 

 

Am Morgen wieder mal früh durch unsere Hunde geweckt, lasse ich Myra schlafen und drehe mit den zwei eine kleine Runde um den See. Was für ein Anblick wenn die ersten Sonnenstrahlen die Farben der Wiesen hervorheben  und die Berge sich im See spiegeln. Balsam für die Seele.

 

Nach dem Frühstück gehen wir unser Ziel für die nächsten Tage an.

 

Passo di Lavaze! Es sind gerade mal 92 Kilometer dort hin und so rollen wir in aller Ruhe durch das Meraner Land. Schade nur das es noch keine Äpfel gibt! Kurz nach Mittag erreichen wir den Stellplatz auf der Passhöhe, welche mit 1808 m einen märchenhaften Ausblick bietet. Unser Wohnmobil platzieren wir so, dass wir einerseits den Zaun für die Hunde aufbauen können und andererseits den direkten Blick auf den "Rosengarten"  haben.

26.05.2018

 

Es ist schon ein besonders Gefühl wenn man aufwacht und direkt durch die Frontscheibe des WoMo auf die beeindruckende Bergwelt schaut. Das Wetter spielt auch mit und so nutzen wir die Gelegenheit das Frühstück kombiniert mit Sonnenstrahlen und einer entspannenden Ruhe zu genießen. Außer uns steht nur noch ein zweites WoMo auf dem Stellplatz, welches jedoch nicht direkt zu sehen ist. Wir nutzen heute wieder die Gelegenheit eine große Runde wandern zu gehen; mit dem einzigen Manko, dass die Almhütten leider noch geschlossen haben. Dafür haben wir den Vorteil, dass noch nichts überlaufen ist und wir in aller Ruhe die Natur genießen können. Nach Mittag stellt sich das Wetter so schön, das wir uns recht freizügig sonnen können und der 3 Grad kalte Rose eine willkommene Abkühlung ist. Die Hunde sind mal wieder platt und rekeln sich ebenfalls im warmen Gras.  Am Abend telefonieren wir noch mit unseren Freunden und Nachbarn Christoph und Petra Koch, welche derzeit in Meransen zu Urlaub sind. Da wir uns sehr gut verstehen steht einer Verabredung für morgen 11.00 Uhr nichts im Wege. Zusammen werden wir sicherlich einen schönen Nachmittag auf dem Lavazè verbringen.

27.05.2018

 

Gegen acht Uhr von den Hunden geweckt, trauen wir unseren Augen nicht. Kein Berg mehr in Sicht! Es hat die ganze Nacht schon geregnet und die lauten Donner von dem über uns festsitzenden Gewitter haben uns nicht unbedingt gut schlafen lassen. Ausgerechnet dann, wenn wir Besuch bekommen werden wir mit so einer Wetterlage überrascht! Ferner fällt uns auf, dass mitten auf der Passhöhe eine Zieldurchfahrt aufgebaut wurde. Schnell erhalten wir die Information, dass ein Radrennen über den Lavazè führt, und wie soll es auch anders sein kommen diese von Welschenhofen hoch. Genau wie Christoph und Petra, die sich geduldig in die Fahrradmeute einreichen. Es existieren sicherlich viele schöne Bilder von den beiden, ab nicht mit dem Auto auf der Zieldurchfahrt auf dem Lavazè! Das haben wir nun erledigt. Etwas verspätet angekommen trinken wir erst gemütlich einen Kaffe am WoMo um dann nach einer kleinen Runde in der Almhütte unter uns einzukehren. Diese hat heute auf Grund des Radrennens geöffnet. Wir waren vor drei Jahren schon mal mit den Motorrädern an der Hütte und wussten daher um die Leckereien welche man hier serviert bekommt. Bratwurst mit Paprika und frische Polenta! Dazu ein Pils und zum Nachtisch einen Schnaps namens „Popa....“. Keine Ahnung. Dieser wird mit einem je Liter Kaffee, Schnaps, Rotwein und Rum angesetzt. Zur Verfeinerung kommen Nelken, Zucker und Äpfel dazu. Das ganze muss dann eine Woche ziehen und wird anschließend flambiert serviert. Gut dass wir nicht mehr fahren müssen. Nachdem Petra und Christoph das Weite gesucht haben, sind wir unseren täglichen Verpflichtungen nachgekommen. MITTAGSSCHLAF !

28.05. - 30.05.2018

 

Und auf geht‘s! Die heutige Etappe von 129 Kilometer für uns an den „Lago di Misurina. Dieser liegt zwischen Toblach und Cortina d‘ Ampezzo auf einer Höhe von 1754 Meter. Ideal zum Wandern und Biken, vor allem wenn man, wie wir es noch machen werden, von dort die 7 Kilometer mit dem Rad zu den drei Zinnen hochfährt. Aber erst müssen wir den Lavazè wieder herunterfahren. Für viele WoMo‘s nicht so einfach, da das die Bremsen schon arg beansprucht. Glücklicherweise haben wir uns beim Kauf von unserem dazu entschieden einen Retarder einbauen zu lassen. In unserem Fall ist das eine vierstufige Wirbelstrombremse welche zwischen Motor und Hinterachse an der Kurbelwelle sitzt. Je nach dem welche Stufe man wählt, wird eine entsprechendes Magnetfeld erzeugt, welches die Umdrehungen der Kurbelwelle reduziert. Die Kombination aus niedrigem Gang einlegen und entsprechende Wahl am Retarder macht ein betätigen der Fußbremse überflüssig, und so spart man natürlich gewaltig am Verschleiß der Bremsanlage. Soviel zu Technik. In Bozen-Nord wieder angekommen, geht es über die Bundesstraße Richtung Brixen, und weiter nach Mühlbach um in das Pustertal einzutauchen. Genau auf dieser Strecke liegt mein Lieblingsgeschäft: „Die Lodenwelt“. Lederhosen, Trachten, Strickwaren ...., und das in Top-Qualität. Und was soll ich sagen?, ich bin ein Lederhosenfetischist. Letztes Jahr habe ich mir eine kurze Lederhose gekauft und obwohl wir im Sauerland wohnen trage ich diese bei schönem Wetter nur. Ein Bayer im Sauerland :-) Also nichts wie rein in den Laden und die Urlaubskasse plündern. Myra und ich finden für uns wirklich schöne Sachen, welche man auch lange tragen kann. Geld ist ausgegeben und so geht es weiter zum Lago auf den Stellplatz, welcher nach diesem Einkauf glücklicherweise kostenlos ist :-) Es ist nicht wirklich viel los auf dem Platz, da ja keine Ferien sind. In aller Ruhe machen wir alles fertig um die erste Runde um den See zu wandern. Ich kenne die Gegend vom meinen Motorrad-Touren, aber für Myra ist das Neuland und dies kann man ihrer Begeisterung entnehmen. Hier machen wir uns bei durchwachsenem Wetter zwei schöne Tage. 

7 Kilometer Faszination - Tre Cine di Lavared - mit dem Mountainbike

31.05. - 02.06.2018

 

Wie fahren wir von hier weiter? Richtung Umbrien/Abruzzen oder eher Slowenien/Kroatien? Für diese schwerwiegende Entscheidung können wir uns noch zwei Tage Zeit lassen, da wir definitiv erst mal nach Bassano del Grappa fahren. Die italienische Stadt in der Province Vicenza, liegt grob gesehen oberhalb/nördlich von Venedig und bietet den bekannten italienischen Flair. In der Altstadt kann man wunderbar flanieren und vor allem Essen. Aber wir sind aus einem ganz anderen Grund hier. Es gibt den gleichnamigen Berg „Monte Grappa“ welcher mit 1775 Meter die höchste Erhebung des Grappastocks bildet und einen atemberaubenden Blick über die Po-Ebene zulässt. Das ist die schöne Seite vom Berg, doch die Geschichte und das hinterlassene Andenken läuft einem schaurig über den Rücken. In den 1930 Jahren errichteten die Faschisten ein unglaubliches monumentales Denkmal und Ossarium für die dort im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Unzählige Soldaten ließen dort oben in den Schlachten ihr Leben. Hier ruhen 12615 italienische und 10295 österreichische Soldaten. Hinter jedem kleinen Fenster des Denkmals ist ein Grab. Da wir dort oben übernachtet haben können wir früh morgens in aller Stille diese Gedenkstätte auf uns wirken lassen, und es kommen einem fast die Tränen in die Augen wenn man die ganzen Namen der jungen, sinnlos gestobenen Soldaten ließt. Hier oben sollten sich mal einige bekannte Weltpolitiker hinstellen und in sich gehen. Vielleicht würden sie dann vernünftiger regieren!!!!! Da wir ja Engelchen sind, haben wir nachts das Glück bei einem Glas Wein auf das Lichtermeer im Tal herabzuschauen. Wie würde Lothar Abel sagen: SENSATIONELL !!

 

Am nächsten Morgen fahren wir dann nach Bassano und verbringen dort einen schönen Tag. Zur Übernachtung fahren wir auf einen kleinen uns bekannten Stellplatz und lassen uns in dem Restaurant genüsslich bekochen.  „Fattoria Sociale Conca d‘Oro“, ein Muss!

             Errichtet um nie zu vergessen!

„We don‘t need to escalate! You see war is not the answer!

For onley, love can conquer hate.

You know we‘ve got to finde a way to bring some lovin`here today!

02.6. - 

05.06. - 08.06.

 

Nachdem wir nun mehr oder weniger die Nase vom Schwitzen voll haben, ziehen wir weiter. Es hat bei der Wetterlage, mit 30 Grad und mehr, kein Sinn weiter in den Süden zu fahren. Es ist halt nicht unser Ding einfach nur in „der Ecke“ zu liegen und nichts zu tun. Den Hunden ist es auch zu heiß und so fahren wir an den „Pirkdorfer See bei Bleiburg. Dies hat zweierlei Gründe. Ales erstes sei gesagt, dass wir am 01.01.2015 in Bleiburg geheiratet haben und seit dem nicht mehr dort waren. Ist bestimmt nochmal schön zu sehen wo man den „Fehler“ :-) durchgezogen hat. Der andere Grund ist relativ simpel: Die Temperaturen liegen zwischen 22 und 27 Grad und rund um den Pirkdorfer See, welcher nicht wirklich groß ist, erstreckt sich ein wunderbares Rad- und Wanderparadies. Und dies wollen wir nach drei Tagen essen, trinken und schlafen ausgiebig nutzen. Über Udine fahren wir nach Villach, entlang des Wöhrtersee unserem Ziel entgegen. Zum Glück ist auf dem Camping nicht viel los und so erhalten wir einen Platz mit direkter Aussicht auf den See und der umliegenden Berge. Abends schauen wir über den See dem Sonnenuntergang entgegen und werden bei einer Flasche Wein das Gefühl nicht los, dass das Leben auch ohne Arbeit funktionieren könnte :-)

 

"P10 Huberweg" eine dreistündiger Rundwanderweg welchen wir heute in Angriff nehmen. Bei schönstem Wetter mit 24 Grad nehmen wir Vollpfosten natürlich auch keine Regensachen mit. Warum auch, die hängen im Schrank doch viel besser. Der Weg führt uns über schöne Wald- und Wiesenwege entlang der Berge und so bekommen wir es nicht unbedingt mit, was sich am Himmel abspielt. Es kam wie es kommen mußte und dauerte auch nur drei Minuten bis wir durchnässt waren. Ruhe bewahren und das Positive sehen. Der Regen ist angenehm warm und erlöst uns von den Fliegen, welche meinen sie müssten sich in unserem Schweiß baden :-) Wir schaffen die Runde in 2,5 Stunden und sind uns absolut sicher, dass die Hunde heute keinen Auslauf mehr benötigen. Auf jeden Fall fühle ich mich nach dem Duschen wie neu geboren und irgendwie fit und schlank. Doch der türgroße Spiegel im WoMo signalisiert mir sofort, dass ich total falsch liege. Scheiß Spiegel!!! Da zu dem Camping ein gutes Lokal gehört, welches unter anderem meine Lieblingsspeisen auf der Karte hat (Leberknödelsuppe und Zwiebelrostbraten), lasse ich es mir nicht nehmen meinem "Spiegel-Frust" freien Lauf zu lassen. Man lebt halt nur einmal und laut den letzen ärztlichen Untersuchungen gibt es bei mir auch nichts zu meckern. Bis auf:  Fettleber, Cholesterin, Bauchumfang ..... :-)

09.06.

 

Wr fahren zwar weiter, aber kommen nicht wirklich weit! In Bad Blumau befindet sich einer der schönsten Thermen des Landes und die können wir uns nicht entgehen lassen. Die ganze Anlage ist nach dem Künstler "Hundertwasser" errichtet worden und bietet somit nicht nur körperlichen Genuß in den einzelnen Bädern, sondern noch einen Augenschmaus obendrein. Ein herrlicher Tag um die Seele baumeln zu lassen :-)

10.06. - 12.06.

 

Bestens erholt, starten wir heute in den Tag welcher zur Anfahrt in die Slowakei genutzt wird. Bis nach Bratislava nutzen wir die Autobahn um uns dann auf der einigermaßen ausgebauten Landstrasse bis nach Trencin hoch zu schlängeln.  Dieser Ort soll laut Reiseführer ein highlite sein, aber wir empfinden das ganz anders. Somit ist unser Plan hier zu übernachten hinfällig und wir fahren weiter nach „Nitrianske Rudno „. Dort ist ein kleiner See mit gut geführtem Campingplatz, eingebettet in einer wunderschönen Natur. Fast 380 Kilometer Tagesfahrt lassen abends keine größeren Aktivitäten mehr zu. Grillen, chillen, schlafen!

 

Ausgeschlafen und gefrühstückt geht es recht früh weiter. Erster Anlaufpunkt ist der kleine ursprüngliche Ort „Cicmany“. Einer der Unesco-Weltkulturerbe in der Slowakei! Alle Holzhäuser sind aussen mit weißen Ornamenten verziert. Absolut einzigartig. Die Malerei sollte die Hölzer vor Feuchtigkeit und vor dem durch Einwirkung der Sonnenstrahlen bewirktem Platzen schützen. Die geometrischen Ornamente wurden auch in den Stickereien, die die Trachten und Decken aus Cicmany schmückten. Insgesamt sind 136 Häuser zu bestaunen. Von hier fahren wir nach „Strbske Pleso“ , der höchst gelegenen Siedlung der Slowakei. Auf 1335 Meter bekommt man einen wunderschönen Weitblick geboten. Schade dass wir hier nicht übernachten können. Aber wir sind ja flexibel. 85 Kilometer weiter in Brezno finden wir Platz auf dem Camping „ Sedliacky Dvor “ welcher von Niederländern geführt wird. Und glaubt mir, wäre hier Strand und Meer, du würde anhand der Geräuschkulisse glauben du wärst in Domburg! Nur gelbe Kennzeichen :-) Zwei Nächte verweilen wir hier um ein wenig die Gegend zu Fuß zu erkunden, aber auch um mal grundlegende Arbeiten im und um dem WoMo zu erledigen.

13.06

 

Und weiter geht`s! Ein Muss in der Slowakei und wohl die bekannteste aller Burgen. Die Zipser Burg. Heute eine Ruine, strahlte sie ab dem 12. Jahrhundert über das Land. Geschichtlich ist alles im Netz nachzulesen, von daher spare ich mir die Buchstaben :-) Nach der Besichtigung ziehen wir weiter und erreichen nach ca. zweistündiger Regenfahrt unser Tagesziel. Das altehrwürdige Kloster  Cerveny Klastor! Gelegen an der Dunajec, auf welcher unzählige Floßfahrten stattfinden und dem angrenzenden Polen, verwundert es nicht, dass hier ein Reisebuss nach dem anderen eintrifft. Zwei Übernachtungen sollen es für uns werden. Glücklicherweise gehört zu dem Camping ein kleines Restaurant, in welchem wir für 38 Euro nicht nur gut essen, sondern auch lokale alkoholische Spezialitäten zu uns nehmen. Da bekommst du im L'Isoleta in Olpe mal gerade eine gute Flasche Wein für.

                                      Zipser - Burg

14.06.

 

Von Cerveny Klastor fahren wir heute gerade mal 63 Kilometer weiter nach Zakopane, dem „Sölden“ der Hohen Tatra in Polen. Nach 4,5 Kilometer Fahrt reisen wir in Polen ein. Es dauert nicht lange bis wir feststellen, das in dieser Gegend ein ganz besonderer Baustil der Häuser gepflegt wird. Sehr aufwändig mit vielen Giebeln verziert, stellt ein jedes Haus seine Individualität da. Wir finden sehr aufwendig verarbeite ob aus Stein oder Holz. Die Fahrt führt uns durch fast unberührte Natur bis hin zu überlaufenden Touristenzentren. Und Zakopane ist ohne wenn und aber eines davon. Fürchterlich, und für uns steht ausser Frage, dass wir ganz schnell weiterziehen. Über den direkten Weg steuern wir Krakau an. Myra findet mitten im Zentrum einen sehr guten Camping mit anschließendem Park, in welchem wir unsere Hunde ausführen können. Den Abend nutzen wir um uns einen ersten Eindruck der vielfach beschrieben Stadt zu verschaffen. Bei einer Flasche Rotwein und vorzüglichem Essen lassen wir uns auf dem Marktplatz von den vielen Eindrücken mitreißen. Ob Straßenmusiker, Pferdekutschen oder die vielen visuellen Eindrücke, alles spricht für einen gemütlichen Abend. 

15.-16.06.

 

Krakau, viel von gehört, einiges gelesen und dennoch nie gesehen! Ein Grund mehr sich diese Stadt in zwei Tagen, so weit es geht, anzuschauen. Wir wollen uns in das pulsierende Leben stürzen, Straßenkaffe`s genießen und ganz nebenbei noch die vielen Sehenswürdigkeiten erkunden. Diese fangen mit dem Hauptmarkt, einer der schönsten und größten Plätze des mittelalterlichen Europa`s, an. Unglaublich was hier los ist. Auf diesem Platz befindet sich auch die Marienkirche welche nicht nur architektonisch ein Leckerbissen ist, sondern auch einiges an Kunstschätzen zu bieten hat. Aber erst zieht es uns  in die Tuchhalle mitten am Platz, in dieser sind lauter kleine Souvenir-Geschäfte welche geradezu zum Feilschen einladen. Ein weiteres highlite ist zweifelsohne die Stadtmauer mit ihren 48 Wehrtürmen. Diese wurde seinerzeit errichtet, da Krakau im Jahre 1241 und 1259 von den Tataren überfallen wurde. Aber auch die Schindlersfabrik steht auf dem Programm. Wir sind gespannt auf zwei erlebnisreiche Tage, bevor wir uns einem ernsten Thema in Katowice stellen!

             Impressionen von Krakau

17. - 18.06.

 

 

Womit fängt man an zu schreiben? Wie drückt man sich aus? Schreibt man überhaupt, oder behält man das gesehene für sich? Was unserer Meinung nach nicht richtig ist. 

 

Wir haben vor Ort drei Bücher/Bildbände gekauft „ Auschwitz  "Die Residenz des Todes“, „ Holocaust, was damals geschah“, „ Das Höcker-Album: Auschwitz durch die Linse der SS“ (ein Bildband mit Originalaufnahmen wie die Beteiligten der SS vor Ort Betriebsausflüge gemacht haben, lachend und offensichtlich gut gelaunt, obwohl sie am Mord von hunderttausenden beteiligt waren)! Und es gibt weitaus mehr Bücher und Filme über diesen Abschnitt des Dritten Reiches, die einen verstören.

 

Doch der Besuch des Ortes wo alles geschah und den Weg der Deportierten zu gehen:

 

Am Gleis der Endstation und den Viehwagon`s vorbei - den feinen Kies unter sich knirschen zu hören - wohlwissend dass dies für so viele Menschen der letzte Weg war, durch die Gaskammern zu gehend in welchen bis zu zweitausend Menschen innerhalb von einer 1/2-Sunde - eine lange Zeit - qualvoll starben, vorbei an den Verbrennungsstationen an welchen Häftlinge die Leichen verbrennen mussten , oder in einer Baracke zu stehen in welcher bis zu 700 Menschen unter den unwürdigsten Bedingungen hausten,

 

das lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und schnürt den Hals zu.

 

Nicht umsonst sagte unsere Gruppenleiterin vorab, dass jeder, zu jeder Zeit, den Rundgang abbrechen kann. Ca. 1500000 Menschen ließen hier ihr Leben und die Ansammlungen von privatem Eigentum bis hin zu Bergen von Menschenhaar (dies wurde seinerzeit von Webereien weiterverarbeitet. Man fand bei der Befreiung des Lagers noch 7000 kg davon) lassen nur erahnen was hier stattfand. Unsere Gruppenleiterin, hat uns das alles so emotional und in Detail erzählt, sodass die ganze Gruppe vor entsetzten sprachlos-, ja sogar teilweise den Tränen nahe war. 

 

Ein Besuch der uns immer noch beschäftigt, obwohl wir bereits in Breslau stehen. Selbst während der Fahrt kam dieses Thema bei Myra und mir immer wieder auf und wird auch noch einige Zeit Gesprächsstoff bleiben. 

 

Es ist gut, dass über diesen Wege die Erinnerung an den Untaten am Leben erhalten wird, und uns alle mahnt und zeigt zu was der Mensch im Stande ist.

 

„Those who do not remember the past are condemned to repeat it“

 

                                                                                              George Santayana

19.06.

 

In Breslau gut angekommen finden wir einen bewachten Parkplatz mitten in der Innenstadt, welcher nur vierzehn Euro kostet. Es sind nur 10 Minuten zu Fuß ins Zentrum, und dies nutzten wir um ab 17.00 Uhr auf dem Marktplatz das Spiel "Polen gegen  Senegal"  zu schauen. Keine Gaststätte ohne Fernseher und die Polen sind schon in bester Laune. Das kann eine schöne Party werden. KANN, wird es aber nicht, da sie mit 0:2 verlieren! Von wegen Stimmung in der Stadt!  Die Lokale leeren sich relativ schnell und wir nutzen dies um einen schönen Platz in einem Steak-House zu ergattern. Die Speisekarte hält das was sie verspricht und so lassen wir es uns richtig gut gehen. Natürlich haben wir uns auch das Stadtzentrum angeschaut. Zweifelsohne ist es sehenswert, aber kein Vergleich zu Krakau. Abends sitzen wir dann noch bei einem Glas Wein am Wohnmobil und kommen wieder auf Auschwitz zu sprechen. WIR haben wirklich keinen Grund zu klagen!

20.06.

 

Heute legen wir einen Reisetag ein. Bei angesagten 30 Grad ist es auch schon mal angenehm sich in einem klimatisiertem Fahrzeug die Landschaft anzuschaeuen. Von Breslau geht es direkt nach Dresden, wo wir uns schon einen Stellplatz ausgesucht -, und die Koordinaten im Navi eingegeben haben. Guter Plan Murrat, nur klappen muss er :-) Die Fahrt führt uns fast ausschließlich über die Autobahn und an der Grenze zu Deutchland beschließen wir die Toll-Box (eine Mautbox für Polen, welche wir für unser WoMo benötigen) zu behalten. Wir werden wieder nach Polen kommen, da es ein sehr schönes sehenswertes Land ist. In Deutschland steuern wir erst einmal einen Supermarkt an um unsere Vorräte aufzufüllen und an der Kasse bekommen wir nochmals bestätigt dass wir tatsächlich in Deutschland sind! Echt günstig hier :-) Das Navi führt uns mitten durch Dresden und so können wir schon die ersten Sehenswürdigkeiten aus dem WoMo fotographieren. Das war es aber auch mit Dresden. Alle Stellplätze sind voll und so müssen wir weiterziehen. Schnell und felxibel suchen wir uns Gohrisch in der "Sächsischen Schweiz" aus. Ein schöner kleiner Luftkurort mit einem eben so schönen kleinen Campingplatz. Dort erhalten wir einen ruhigen Komfortstellplatz mit Pool auf der Rückseite, welchen wir bei den Temperaturen selbstverständlich umgehend nutzen. Den Platz haben wir bis zum 24.06. gebucht da  die Gegend ein Wanderparadies ist welches wir unbedingt erkundigen wollen. 

21. - 

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