R1200GS-on-Tour
R1200GS-on-Tour

30.08.

 

                "knocking on heavens door"

Wir müssen nur 20 Kilometer bis nach Gudvangen zur Fähre fahren. ABER: Auf dieser Strecke ist ein Tunnel von 5 Kilometer Länge und einer von 11 Kilometer. Ein Alptraum für Myra und der entlädt sich durch ein paar Tränen im Hafen. Dieser ist recht klein und voll auf den Tourismus ausgerichtet. Ein Souvenir-Laden neben dem anderen. Im Moment überfallen von ca. 5 Busse Chinesen die folgendes zu erzählen (singen) hatten:

 

挪威的美丽是什么?我想买它, 湖是如此的大而美丽. 哈哈哈哈

 

Ja, genau soviel haben wir auch verstanden. Selbst die Kassiererin im Souvenir-Laden war froh als etwas Ruhe einkehrte.

 

Die Fährfahrt beginnt im Naeroyfjord. Er ist der schönste und wildeste der Nebenarme des Sognefjords, und steht auf der Welterbeliste der UNESCO. Umgeben von steil abfallenden, schneebedeckten Bergen, wilden Wasserfällen, kleinen Bauernhöfen die sich hoch oben an die Berghänge festklammern, lassen wir alles auf uns wirken. Und das in erster Reihe. Wir stehen ganz hinten am Heck und brauchen noch nicht einmal das Wohnmobil verlassen, da wir frei Sicht haben. Kino halt!

 

Nach 17 Kilometer geht dieser in den Aurlandsfjorden über, welcher wiederum in den Sognefjorden mündet. 2 1/2 Stunden Genuß pur. In Kaupanger angekommen fahren wir geradewegs auf den Camping „Kjorner“  welcher nur ca. 10 Kilometer entfernt ist. Es ist ein Terrassen-Platz mit direkter Sicht auf das Wasser. Was braucht man mehr ????

 

             Bak skyen er himmelen alltid blå.

      Hinter den Wolken ist der Himmel immer blau

31.08.

 

Ursprünglich wollen wir ja heute über das Sognefjell nach Lom fahren. Beim Frühstücken haben wir uns jedoch ein wenig über das Wetter hier und da informiert. Dabei haben wir festgestellt dass es in den nächsten 3 - 4 Tagen richtig schönes Wetter an der Küste geben soll. Also Flexibilität zeigen, darum fahren wir ja auch unter anderem  ein Womo, und ab Richtung Vestkapp! Dort wären wir normalerweise auf der Rücktour vorbei gefahren, aber so drehen wir den Spass halt um. Über die 55 fahren wir die ganze Zeit entlang vom Ognefjorden um dann auf der 13 das Gaulrafjellt zu erklimmen. Dieses ist für die meisten ein gut bewahrtes Geheimnis (das merkt man auch an den wenig befahrenen Straßen) doch für alle die, die die Straße entdeckt haben, ist sie etwas ganz besonderes.  Man fährt entlang am Vetlefjorden, welcher immer wieder wunderbare Panoramen von sich frei gibt. Dann geht es durch mehrere Serpentinen den steilen Berg hinauf, auf welchem ein atemberaubender Aussichtspunkt errichtet wurde. Kurz hinter Foerde bleiben wir am gleichnamigen Fjord, auf einem kleinen Camping, zur Übernachtung stehen. Morgen legen wir dann die restlichen 105 Kilometer bis zum Vestkapp zurück.

 

"Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter"

01.09.

 

Was für ein Sauwetter, und wir stehen in einer schönen Wiese die kurz vor dem Absaufen ist. Schnell die Hunde heraus lassen und dann nichts wie ab. Mit jedem Kilometer wird es trockener, leider nicht sonniger, dass ist aber ja auch erst ab morgen gemeldet. Bisher haben wir eigentlich wirklich Glück mit dem Wetter gehabt. Richtig geregnet hat es nicht viel, und wenn dann meistens nachts oder wenn wir gefahren sind. Bei unseren Ausflügen mit dem  Rad oder zu Fuß haben wir immer Top Wetter gehabt. Das kann nicht jeder behaupten der in Norwegen Urlaub gemacht hat. Wir haben aber auch erfahren, das der ganze Juli und Anfang August richtig schlecht vom Wetter her gewesen sein soll. Auf jeden Fall sind wir zufrieden. In Arvik angekommen sind es noch 3,5 Kilometer zum Kap und die Hälfte davon geht auf schmalen, schlecht geteerten Straße, ohne Leitplanken direkt den Hang hoch. Myra schaut mich an und fragt: Na, was sagt der Chef ? Es kann nur eine Antwort geben: „where the streets have no name“ mit Sicherheit fahren wir dort hoch! Max. zweiter Gang, die Karre heizt auf 95 Grad ein und kommt nicht darum herum den Lüfter anzuschmeißen. Egal wir sind oben und überwältigt. Wollen wir hoffen dass herunter die Bremsen nicht heißlaufen, die haben nämlich keinen Lüfter :-)

 

Wir schauen uns auf dem Kap in Ruhe die Landschaft an und haben beschlossen hier 3 Tage zu bleiben. Von daher werden wir Sonntag, da soll es richtig schönes Wetter geben, nochmals mit den Fahrrädern hier hochfahren um richtig „geile“ Bilder zu schiessen. Unseren Stellplatz finden wir in Ervik direkt am Meer. Ein Traum! Eingesäumt von den Erhebungen, welche wie bereits beschrieben mal unterhalb vom Meeresspiegel am Äquator lagen, stehen wir hier ganz allein, und beneiden die Menschen welche das Glück haben hier wohnen zu dürfen. Wer hier keine Ruhe und Ausgeglichenheit findet, der ist es selber Schuld.

 

Die schönsten Momente im Leben sind die, in denen das Herz aus Freude und nicht aus Gewohnheit schlägt !

02.09. - 04.09.

 

           "Vestkapp - Das Kap Horn des Nordens"

 

Das Vestkapp, ein 497 Meter hoher Fels (auch „Weibsbild“ genannt) , ist bei Seeleuten bekannt, da hier an den steilen Klippen viele ums Leben gekommen sind. Bereits im 9. Jahrhundert was das Vestkapp gefürchtet. Bisher wurden in der Gegend 58 Schiffswracks entdeckt, die genau Zahl wird wohl nie ermittelt werden. Mittlerweile sind sie begehrte Ziele für Taucher. Eine größere Katastrophe konnte im Jahr 2003 verhindert werden. Das Hurtigrutenschiff „Midnastol“ hatte bei starkem Sturm einen Motorschaden und drohte auf die Klippen zuzutreiben. Zum Glück konnte der Anker das Schiff 150 Meter vor dem Kliff halten.Nirgendwo in Norwegen ist die Zahl der Sturmtage höher als am Vestkapp. Selbst erfahrene Fischer legen dann einen Ruhetag ein. Noch heute bestehen Pläne einen gigantischen Schiffstunnel durch die Halbinsel Stadlandet zu bauen. Ob und wann dieses Projekt durchgesetzt wird steht jedoch noch in den Sternen. Aber wie das so ist, hat eine Medaille immer zwei Seiten. Was dem ein sein Leid, ist des anderen Freud. Wenn der Wind aus Südwest bis Nordwest bläst ist die Zeit der Surfer gekommen. Am Ervikstrand, wo wir momentan mit dem Womo stehen, herrschen dann ideale Bedingungen. Ferner ist der weisse Sandstrand im Sommer Anziehungspunkt für Sonnenhungrige jeden Alters, denn das Vestkapp bremst die kühlen Winde aus dem Norden. Das Wasser bleibt aber frisch. Ein Ortsansässiger erzählte uns auch, dass  es hier entweder kalt oder sehr warm sei.

 

Wir erleben momentan beides. Wind der die Wolken über die See und über das Kapp peitscht, als auch strahlend blauen Himmel welcher die Fotographie zu einem Erlebnis macht. 

 

 

    Es gibt keine Wege, Wege entstehen beim Gehen!

 

Heute wandern wir ledigliche eine Runde um unseren Stellplatz und fangen Eindrücke ein. Anschließend werden wir uns vor unser Womo setzen und den Blick auf das Meer genießen.

03.09.

 

Kein  Wölkchen am Himmel, so wie gemeldet. 10.15 Uhr und schon angenehm warm. Das kennen wir von hier noch garnicht. Es tut mal richtig gut das Womo ein paar Tage nicht zu bewegen und einfach in den Tag hineinzuleben. Wir wollen  das Wetter nutzen um mit den Fahrrädern unter anderem nochmals zum Kap zu fahren. Die Aussicht müssen wir unbedingt  bei Sonnenschein in Bildern festhalten. Natürlich kommen da auch unsere Hunde mit! Für heute Abend ist schon Grillgut aus dem Tiefkühlfach geholt worden und so hoffen wir obendrein noch mit einem farbreichen Sonnenuntergang belohnt zu werden.

  Unbezahlbar misst man nicht in Geld, sondern Gefühlen !

04.09.

 

Eigentlich ist es hier viel zu schön um abzureisen, aber wir wollen ja weiter an

der Küste zur Atlantikstraße fahren. 

Oh, Oh, Oh Deutschland gewinnt gegen Norwegen mit 6:0 !!! 

Ob die Fähren für uns wohl morgen das Doppelte kosten :-)

05.09.

 

Da wir gestern ja schon den größten Teil der Fahrt zum Atlanterhavsveien zurückgelegt haben, ist heute keine Eile angesagt. Ist es eigentlich während unserer ganzen Reise nicht. 35 Kilometer Fahrt und schon können wir einen Betonbogen, augenscheinlich mitten im Meer, erkennen.  Der Atlanterhavsveien ist die heutige Verbindung vom Festland auf die Insel Averoy. Beinahe wäre diese Straße jedoch nie gebaut worden. 1909 als Eisenbahntrasse geplant, war der Atlanterhavsveien 1935 bereits zu den Akten gelegt worden. In den 1970er Jahren kam dann die Idee eine Straße zu bauen, was dann auch 1983 umgesetzt wurde. 1989 wurde die Straße, welche sich wie eine Seeschlange mitten im Ozean windet, dann eröffnet. Aber auch die kleinen Inseln, welche sich entlang der Straße im Meer  dem Wetter stellen, sind ein Augenschmaus. Der Weg hier hoch lohnt sich auf jeden Fall. Nun ,den Atlanterhavsveien einmal hoch und herunter gefahren beschließen wir noch nach Geiranger zu schaukeln. Jedoch mit dem fatalen Fehler den Trollstiegen nicht in diese Fahrt einzubeziehen. Dies fällt uns jedoch erst in Geiranger auf. Egal, die Sicht auf den Fjord, wir haben gerade das Glück dass ein Schiff von MSC vor Anker liegt, ist schon phänomenal. Atemberaubend windet  sich die Straße mit einem Gefälle von 10% bis hinunter an den Fjord. Über den entgegenkommenden Busverkehr, man kann sich das ja gut vorstellen wieviele Busse benötigt werden um die Gäste eines Dampfers in der Größenordnung an die Sehenswürdigkeiten zu kutschieren, wundern wir uns nicht. Direkt am Hafen, das hatten wir uns schon vorher im Netz angeschaut, ist ein richtig toller Stellplatz mit Fjord-Sicht. Also, warum sollten wir dann heute noch weiterfahren? Nun sitzen wir hier, bei aufkommenden Regen, und schreiben euch ein paar Worte. Evtl. bleiben wir auch morgen noch hier stehen, da es sich rund um Geiranger auf gut ausgeschilderten Wegen wandern lässt. Mal schauen was das Wetter morgen so an Überraschungen bietet.

 

Die Menschen bauen zuviele Mauern und zu wenig Brücken

 

06.09.

 

Leben heisst rückwerts gelesen  "Nebel" ! Kein Wunder, dass wir heute nicht durchblicken.

Der Tag hat mit einem angenehm warmen Morgen begonnen, und so nutzen wir die Gelegenheit um uns in Geiranger noch ein wenig unzuschauen. Myra hat Lust einfach mal in den Lädchen zu stöbern (wie Frauen nun mal so sind) und so lasse ich ihrer Kaufeslust freien Lauf. Mein Schatz hat es tatsächlich geschafft 162 Kronen auszugeben und dabei noch an mich zu denken. In einer kleinen Bäckerei hat sie vier Teilchen für uns gekauft, und wie gut die schmecken sollten wir 2 Stunden später beim Warten auf die Fähre erfahren. 

 

Nachdem die Routinearbeien am Wohnmobil erliedigt sind fahren wir wieder nach Eidsdal und dann weiter zum Trollstigen, welcher im Reinheimen Nationalparkt liegt.  Es sind von da nur 40 Kilometer, aber mit jedem wird das Wetter schlechter. Das darf doch nicht wahr sein, so macht es überhaupt keinen sinn diese Strecke zu fahren.Übrigens ist der Trollstigen einer der bekantesten Touristen-Strecken in Norwegen. Er ist die Nordseite einer Passstraße, die vom Romsdalfjord nach Süden zum Norddalsfjord führt. 

 

Der Verlauf der Fahrt führt unter anderem an dem Gudbrandsjuvet,  einem Wasserfall welcher durch eine tiefe Schlucht führt, vorbei. Wir sind schon recht weit oben am Pass  und wollen gerade eine Kuppe überqueren, da ziehen wir es vor  recchts auf einem kleinen Parkplatz anzuhalten. Man sieht die Hand vor Augen nicht mehr, und so beschließen wir wieder 3,5 Kilometer zurückzufahren. Dort ist ein etwas größerer Parkplatz und wir können bei freier Sicht die Hunde laufen lassen.  Eine Stunde später hat es den Anschein, dass wir dort oben Glück haben könnten. Also versuchen wir es nochmal. Diesmal fahren wir bis zum Aussichtpunkt des Trollstigen, welcher sehr bekannt und auf jeglichen Bildern festgehalten wird. Nur nicht von uns, da wir ihn nicht sehen. Wir sehen garnichts! Weder Aussichtspunkt, noch die Straßenführung in das Tal. Recht schnell sind wir uns einig, dass wir (wie auch zwei andere Wohnmobil-Reisende) hierauf dem Parkplatz nächtigen. Gut, es gibt zu 100% schönere Plätze. Aber, sieht ja keiner :-) Gulsch mit Reis, dazu Rose und prasselnder Regen auf das Womo-Dach mit null Sicht aus den Fenstern. Es könnte in dem Film "The fog -Nebel des Grauens" nicht besser laufen. 

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